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Stammstrecke blockiert: Münchnerin eskaliert bei Maskenstreit und legt S-Bahn für eine Stunde lahm

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Von: Sophia Oberhuber

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Mitreisende tragen keinen Mund-Nasen-Schutz, eine Münchnerin reagiert darauf aggressiv und blockiert die Zugtür. Eine Stunde lang geht daraufhin auf Teilen der Stammstrecke nichts mehr. 

Sie sind in Zügen nach wie vor Pflicht – und waren am frühen Mittwochmorgen der Grund dafür, dass auf der Stammstrecke zwischen Isartor und Ostbahnhof in München keine S-Bahn mehr fahren konnte: Masken. Eine 57-Jährige blockierte wegen eines Streits um den Mund-Nasen-Schutz eine Tür der Bahn. Der Zug konnte nicht weiterfahren, Teile der Stammstrecke waren für eine ganze Stunde dicht. Schließlich rückte sogar die Bundespolizei an.

München: Streit um Maskenpflicht eskaliert - Münchnerin blockiert Zug-Tür

Die S6 Richtung Ebersberg in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch: Eine Münchnerin ist mit der Bahn unterwegs. Was dann genau passiert ist, konnte die Polizei noch nicht in allen Einzelheiten klären. Die Frau soll aber mit anderen Passagieren gestritten haben, weil diese keinen Mund-Nasen-Schutz getragen hätten. Die 57-Jährige habe sich aggressiv verhalten. Es sei zu hitzigen Diskussionen gekommen. Deshalb sollen die anderen Passagiere die Frau aufgefordert haben, auszusteigen.

Dann scheint die Situation eskaliert zu sein. Am Isartor stellte sich die Münchnerin gegen 1 Uhr nachts in die vorderste Tür des Zuges. So wollte sie verhindern, dass die Bahn weiterfährt, heißt es von der Bundespolizei.

Bundespolizei rückt bei Masken-Streit in S-Bahn an

Und dieser Plan ging auch auf. Der S-Bahn-Fahrer kam hinzu, verständigte eine Sicherheitsstreife der Bahn. Davon ließ sich die Münchnerin aber nicht beeindrucken und blockierte die Tür weiter. Sie forderte schließlich, dass die Polizei gerufen wird, damit diese die Maskenverstöße ahnden könne.

„Nach etlichen Diskussionen mit den Kollegen ging die Frau schließlich aus der S-Bahn“, berichtet ein Sprecher der Polizei. Zwang oder Gewalt mussten die Beamten nicht anwenden. Nach Angaben der Behörde trugen vor Ort alle verbleibenden 50 S-Bahn-Passagiere eine Maske. „Man kann aber natürlich nicht ausschließen, dass diejenigen ohne Maske die Bahn zuvor schon verlassen haben“, heißt es vom Sprecher.

S-Bahn Streit wegen Maske: Münchnerin verstrickt sich in Widersprüchen

Die 57-Jährige, die in der Au wohnt, beschuldigte die Mitreisenden zudem, sie beleidigt und genötigt zu haben. Dazu habe es laut Polizei bisher aber keine Anhaltspunkte gegeben. Stattdessen verstrickte sich die Frau bei ihren Schilderungen in Widersprüche. Sie sei aber weder alkoholisiert noch polizeibekannt gewesen.

Die Bundespolizei ermittelt nun gegen die 57-jährige Münchnerin wegen Hausfriedensbruch und Vornahme einer Betriebsstörung. Laut Deutscher Bahn war der S-Bahn-Verkehr nachts insgesamt etwa eine Stunde lang beeinträchtigt. Die S-Bahnen seien laut einer Sprecherin in Folge des Vorfalls mit bis zu 50 Minuten Verspätung unterwegs gewesen.

Allgemein verzeichnet die Bundespolizei lediglich eine „geringe Anzahl“ an Konflikten, die aufgrund des Nicht-Tragens von Masken entstehen. Der Münchner Polizei sind in letzter Zeit keine Fälle in ihrer Zuständigkeit bekannt.

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