Verwaltungsgericht entscheidet

Skandal-Streit um Uhrmacherhäusl in Giesing: Prozess um Wiederaufbau geht weiter

München, Obergiesing: Immer noch klafft hier ein Loch, wo einmal das Uhrmacherhäusl stand.
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München, Obergiesing: Immer noch klafft hier ein Loch, wo einmal das Uhrmacherhäusl stand.

Wird es vier Jahre nach seinem illegalen Abriss nun doch wieder aufgebaut? Der Streit um das Uhrmacherhäusel in Obergiesing geht weiter und landet erneut vor Gericht.

Obergiesing - Dort, wo das Uhrmacherhäusl in Giesing einst stand, klafft immer noch eine Lücke – sie erinnert die Münchner an den 1. September 2017: An diesem Tag wurde das denkmalgeschützte Haus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts widerrechtlich abgerissen.

In welcher Form das Häuschen nun wieder aufgebaut werden soll, entscheidet sich nächsten Freitag. Das ist das Ergebnis des gestrigen Prozesses vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof.

München: Gerichts-Streit um Uhrmacherhäusls in Giesing - Eigentümer wehrt sich gegen Wiederaufbau

Vor Gericht: Vertreter der Stadt München* und der Anwalt des Eigentümers Andreas S., der selbst nicht zum Termin erschien. Das Uhrmacherhäusl an der Oberen Grasstraße 1 (Obergiesing*) war Teil der Feldmüllersiedlung, die 1982 unter Ensembleschutz gestellt wurde. Vor Gericht wurde deshalb gestern debattiert, ob das Häusl als Bestandteil des geschützten Ensembles wieder errichtet werden muss – dafür plädieren Stadt und Denkmalpfleger, der Eigentümer wehrt sich dagegen.

Zum Hintergrund: Die Stadt München hatte Andreas S. zum Wiederaufbau des Uhrmacherhäusls verpflichtet – und zwar in denselben Ausmaßen wie das abgerissene Original. Der Eigentümer klagte aber dagegen und bekam vom Verwaltungsgericht Recht. Dagegen ging wiederum die Stadt in Berufung – der gestrige Prozess am Verwaltungsgerichtshof sollte eine Entscheidung bringen, jetzt soll es also der nächste Freitag werden. (leo)

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