Opposition macht Ärger

Streit um Vorfahrt für Radler

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München soll für Radler freundlicher werden

München - Das Radln ist ein Antwort auf die Fragen der Zukunft - sauber, leise, platzsparend. Darum will die Stadt dafür sorgen, dass immer mehr Münchner in die Pedale treten.

Der Radl-Anteil an allen Wegen soll von zuletzt 17 Prozent auf mindestens 20 Prozent steigen. So steht es im Radl-Bericht der Stadt (tz berichtete) und so beschloss es der Stadtrat auch einstimmig.

Ärger machte die Opposition aber wegen der Vorfahrt für Radler: CSU-Planungssprecher Walter Zöller monierte, dass die Stadt im Bericht die Probleme weit umkurve. Wenn etwa einzelne Spuren für Autos gesperrt und für Radl geöffnet würden, gäbe es sehr wohl Auto-Chaos – wie bei der Sperrung in der Lindwurmstraße erlebt. „Ein Zielkonflikt“, sagte Zöller. FDP-Fraktionschef Michael Mattar wollte darum statt Fahrbahnen lieber Parkplätze für Radler opfern. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht einer Gruppe fast alles ermöglichen und andere einschränken“, warnte Freie Wähler-Stadtrat Johann Altmann. Vor allem die Fußgänger würden unter rücksichtslosen Radfahrern leiden. Der Platz auf Straßen und Gehwegen ist eben nur einmal zu vergeben.

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Rot-Grün lobte dagegen die Erfolgsgeschichte: SPD-Verkehrssprecher Ingo Mittermaier unkte über den Radl-Grundsatzbeschluss von 2009: „Entgegen aller Befürchtungen der CSU ist der Verkehr in München nicht zusammengebrochen.“ Die Grünen-Fraktionsvize Sabine Nallinger verlangte eine weitere Förderung: „Radln tut der Stadt gut. Aber jeder, der Fahhrad fährt, sieht, dass wir an den Grenzen der Kapazität angekommen sind.“ Mehr Abstellplätze in Wohngebieten und an Bahnhöfen müssten kommen. Langsame und schnelle Radler müssten auf jeweils eigene Spuren getrennt werden.

DAC

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