Das aus gutem Grund

Studie zeigt: Viele Münchner fahren mit dem Rad - aber nur wenige damit zum Einkaufen

Wer in München über ein gutes Einkommen verfügt, greift beim Einkaufen häufiger auf Rad und Auto zurück als der Durchschnitt. Das ist ein Ergebnis einer Studie. Für Ladeninhaber kann die Studie ein Anlass zum Handeln sein.

München - Das Fahrrad leistet in München bereits jetzt einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Mobilität. Derzeit werden geschätzt 20 Prozent aller in der Stadt zurückgelegten Wege mit dem Rad bewältigt. Welche Rolle das Fahrrad speziell beim Einkaufen spielt, hat nun die Kreisgruppe München des Bund Naturschutz (BN) in einer Studie ermittelt. „Schon jetzt nutzt ein großer und durchaus zahlungskräftiger Teil der Bevölkerung das Rad zum Einkaufen“, sagt der Referent für nachhaltige Mobilität beim BN, Viktor Goebel.

Es bestünde aber noch Potenzial. Denn obwohl die Entfernungen meist nicht weiter als fünf Kilometer sind, nutzen viele Menschen wiederum das Rad bisher nicht beim Einkaufen. Laut Studie liegt das an unsicheren Radwegen oder ungenügenden Abstellmöglichkeiten vor den Geschäften. „Hier müssen Einzelhandel und Stadt München dringend nachbessern“, sagt Goebel.

Im Rahmen der Studie befragte der Bund Naturschutz insgesamt 822 Menschen unmittelbar beim Einkauf. Der Kreis der Befragten entspricht nach Alter, Geschlecht und Einkommensverhältnissen einem guten Querschnitt der Bevölkerung. Die Auswahl der Geschäfte erfolgte bewusst breit gestreut und umfasste Bioläden genauso wie konventionelle Supermärkte, Bekleidungsgeschäfte oder Baumärkte. Ungefähr die Hälfte der Befragten waren Nicht-Radler, aber offen dafür, die Einkäufe grundsätzlich mit dem Rad zu erledigen.

Für 34 Prozent aller Befragten ist das Rad das für diesen Zweck am häufigsten benutzte Verkehrsmittel. Dabei nutzen Personen mit hohem Bildungsstandard oder Einkommen das Rad überdurchschnittlich oft für Einkäufe. Vor allem innerhalb des Mittleren Rings kommt das Rad oft zum Einsatz.

Doch nicht alles ist positiv: 34 Prozent der Radler sind mit der Situation nicht oder eher nicht zufrieden. Dabei spielen Aspekte wie die Sicherheit für Radfahrer oder Abstellmöglichkeiten fürs Rad eine wichtige Rolle. Dazu kommen Aspekte wie die Frage des Transportes größerer Einkäufe oder eher persönlich motivierte Argumente wie „zu weit“ für das Fahrrad. Und bisherige Nicht-Radler werden abgeschreckt, aufs Rad umzusteigen.

„Unsere Studie zeigt klar auf, dass für Radfahrer von Seiten der Behörden und des Einzelhandels mehr getan werden muss“, sagt Viktor Goebel. Kurzfristig umsetzbar wären mehr Abstellflächen unmittelbar vor den Geschäften. Ferner brauche es attraktive und sichere Radwege zu den Geschäften. „Unsere Studie zeigt auch, wie notwendig es ist, für größere Einkäufe benutzerfreundliche Leihsysteme für Lastenräder anzubieten.“

Rubriklistenbild: © dpa / Holger Hollemann (Symbolbild)

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