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Süße Hundewelpen verschleppt! Betrüger-Pärchen muss hinter Gitter - „Wurde höchste Zeit“

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Von: Andreas Thieme

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Zwei weiße Welpen in einer Transportbox
Der illegale Welpenhandel boomt. Die Tiere sollen besonders günstig sein, haben aber viele Krankheiten im Gepäck. © PETA

Jahrelang handelte sie mit jungen Hundewelpen, jetzt müssen Petra S. und ihr Lebensgefährte Richard in den Knast. Sie gaben alles zu. Das Amtsgericht verurteilte das Paar zu einem Jahr und drei Monate - ohne Bewährung!

München - Mithilfe eines Tierarztes hatte das Paar illegalen Welpenhandel betrieben. Die zu jungen und oftmals kranken Tiere wurden aus dem Ausland mit gefälschten Impfpässen nach Deutschland transportiert und unter falschen Angaben über Online-Plattformen wie eBay Kleinanzeigen angeboten. Bis zu 2000 Euro zahlten die gutgläubigen Interessenten für die Hunde. Durch eine Sammelklage betrogener Käufer wurde der Fall nun vor dem Amtsgericht verhandelt.

Wegen Betrugs müssen die beiden Angeklagten jetzt ins Gefängnis zudem noch eine Geldstrafe bezahlen. „Es wurde höchste Zeit, dass dieses Händlerpaar vor Gericht steht“, sagt Birgitt Thiesmann, Expertin für illegalen Welpenhandel bei der Stiftung Vier Pfoten. Sie hat durch aufwendige Recherchen dazu beigetragen, den Kriminellen das Handwerk zu legen.

„Wir sind zudem mit vielen Betroffenen in Kontakt. Es gab seit Jahren auch immer wieder Beschwerden beim zuständigen Veterinäramt - doch dies blieb zu lange untätig“, sagt Thiesmann. Dies sei „kein Einzelfall“. Die Expertin warnt: Petra und Richard S. seien „keine kleinen Fische in diesem Geschäft der organisierten Bandenkriminalität. Ihre Verbindungen zu ebenfalls namentlich bekannten Mittäterinnen und Mittätern zeigen, dass sie tief in den illegalen Welpenhandel verstrickt sind.“

Allein aus Tierschutzsicht, aber auch zum Schutz der ahnungslosen Käuferinnen und Käufer, müsse es in solchen Fällen „unbedingt hohe Strafen sowie ein Tierhaltungs- und Tierhandelsverbot geben“. Auch Veterinärämter, so die Forderung der Expertin, müssten sofort durchgreifen, wenn sie auf Missstände oder Straftaten hingewiesen werden. Und: Damit es gar nicht erst zu den tierquälerischen Bedingungen bei Haltung und Zucht kommt, „müssen die im Koalitionsvertrag verankerten Pläne einer Identitätsprüfung auf Online-Plattformen sowie einer bundesweiten Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde unbedingt zeitnah umgesetzt werden,“ sagt Thiesmann.

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