Sechs Mal Sex in einer Nacht!

Das wilde Treiben der Münchner im Swinger-Club

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Links im Gang blickt ein Paar durch die Spählöcher auf das Treiben auf den Liegewiesen drinnen

München - Sie haben sechs Mal Sex in einer Nacht und sehen ihrer liebsten gerne dabei zu, wie sie es mit einem anderen macht. Wir erforschen das wilde Treiben der Münchner im Swinger-Club:

Kaum ist die Sonne untergegangen, strömen die ersten Nachtschwärmer zum Industrie-Flachbau im Echinger Gewerbegebiet. Kurz vor 19 Uhr reicht die Schlange bis um die Straßenecke. Die Mädels tragen nochmal Lipgloss auf, ein Mann Mitte Zwanzig strubbelt durch seine Schweinsteiger-Frisur. Auf geht’s zur Swinger-Party!

Seit im Swingerclub Lustschloss Arkanum vor drei Jahren die Halle zur Disco umgebaut wurde und mehrere Veranstaltungen für junge Gäste gestartet sind, brummt der Laden. „Für die nächste Real- Youngster-Party für unter 39-Jährige haben wir 650 Anmeldungen – da können wir nicht einmal die Hälfte reinlassen“, sagt Betriebsleiterin Natascha. Party trifft Sex – ein einfaches Erfolgsrezept.

Das 800-qm-Lustschloss zieht sich über drei Ebenen. Unten wartet ein Buffet mit Schnittchen, Salaten und Törtchen. Für Eintrittspreise ab 20 Euro für Solodamen (Solomänner ab 115 Euro) ist alles inklusive bis auf teure Getränke wie alter Whiskey. „Erlebnis-Gastronomie wird immer wichtiger“, erklärt Natascha. Nach dem Essen geht’s auf die Tanzfläche. Da heizen Stripper, Tänzerinnen und DJs ein.

Der oberste Stock bietet 15 halbdunkle Gemächer mit Spählöchern zum Beobachten des Treibens auf den Liegeflächen – in jedem Raum steht ein Kondome-Korb. Ein Raum heißt „Gemächte-Gemach“, über einem abschließbaren Büßerturm steht „Strafe muss sein“. Der Gang führt zum Kino mit Leinwand und Live-Sex-Bühne. An der Signal-Kammer zeigt eine Ampel an, ob andere mitmachen dürfen (grün), nachfragen sollen (gelb) oder unerwünscht sind (rot).

Die wenigsten tragen Masken, Leder oder Latex. Manch einer wirkt, als käme er direkt vom Büro. Hauptsache herausgeputzt. Betriebsleiterin Natascha: „Wir wollen weder klassische Handtuch- noch Feinripp-Träger.“

Immer mehr Swingerclubs schütteln ihr Schmuddel-Image ab. Eine Befragung des Internet-Dating-Portals Secret hat ergeben, dass 44 Prozent der Männer und 41 Prozent der Frauen offen für Swinger-clubs sind. Aber nicht jeder steht auf Partnertausch, Gang Bang oder Sex auf dem Präsentierteller. „Wir sind kein Bordell“, sagt Swinger-Guide Max (25). „Manche haben am Abend sechsmal Sex, andere gar nicht. Eine Dame kommt zum Beispiel her, weil sie gerne in Dessous tanzt und das in Discos nicht erlaubt ist.“

Im Swinger-Club 2.0 – benannt nach der neuen Besucher-Generation – wundert sich keiner über einen Herren in Boxershorts, der sich an der Bar in Rage redet. Es geht um das Thema Energiewende.

Die Stammgäste: Doppelleben bringt Kick

Er: braungebrannt, muskulöser Oberkörper, Sixpack, Latino-Typ. Sie: lange, schlanke Beine, zartes Gesicht, blondes Haar. Wenn Aljena (32, Szenenamen) und Romeo (30) in ihren Stammclub hereinschreiten, ziehen sie alle Blicke auf sich.

So selbstbewusst und locker waren sie nicht immer. Romeo, der im Finanzbereich arbeitet, erinnert sich: „Wir waren schon sieben Jahre zusammen, als ich vor drei Jahren den Vorstoß gewagt habe. Trotzdem habe ich ganz schön gestammelt, als ich sie zum ersten Mal gefragt habe, ob wir nicht mal sexy weggehen wollen.“ Das gegenseitige Vertrauen war da. Warum also nicht? Beim ersten Besuch haben sie nur zugesehen. „Und daheim sind wir dann übereinander hergefallen.“

Ein begehrtes Paar im Arkanum: Aljena und Romeo (Namen geändert)

Mittlerweile geht das Paar im Club auch oft getrennte Wege. Beide suchen „ganz normalen Porno-Sex“. Aljena reichen meistens ein oder zwei Typen am Abend. „Ich bin nicht so ausdauernd“, sagt sie. Obwohl sie bei den Männern sehr gut ankommt, fühlt sie sich hier nie belästigt. „Hier gibt es feste Regeln. Die Gäste akzeptieren ein Nein – Mitleidssex gibt es nicht. Und zur Sicherheit passen auch immer noch die Swinger-Guides auf.“ Im Gegensatz zu normalen Discos seien die männlichen Gäste hier selten betrunken. Aljena lächelt, als sie hinzufügt: „Das beste Argument für einen Besuch ist aber: Ich komme hier an einem Abend bis zu fünf-sechsmal zum Höhepunkt …“

Romeo spart nicht bei den Frauen. „An einem guten Abend sind es vier verschiedene Partnerinnen.“ Eifersucht ist den beiden fremd. „Ich würde eher schlecht schlafen, wenn mein Freund alleine in die Disco geht und ich Angst haben muss, dass er ohne mein Wissen fremdgeht“, sagt sie. „Der Mensch hat nun mal Lust auf wechselnde Partner – wahre Liebe lässt frei.“ Die Gefahr, dass sich einer von beiden im Swingerclub verliebe, sei nicht größer als in einer normalen Disco.

Das Paar kommt auch getrennt voneinander ins Arkanum. „Ich bin froh, wenn ich mal ’nen ruhigen Abend auf der Couch verbringen kann und er loszieht“, sagt Aljena. „Ich will keinen frustrierten Mann haben. Ich gönne ihm das.“

Aljena ist froh, dass er sie damals hergebracht hat. „Durch die Komplimente und die Bestätigung, gut anzukommen, bin ich selbstsicherer geworden.“ Das Doppelleben gibt ihr einen Kick. Tagsüber arbeitet sie als Controllerin in einem seriösen Unternehmen, wirkt im Hosenanzug wie ein braves Mädchen. „Ich denke mir oft: Wenn die wüssten!"

Er schaut ihr am liebsten dabei zu

Anton (43) steht drauf, wenn andere Männer und Frauen seine bisexuelle Freundin Jeanette (29) befriedigen. „Das ist meine Neigung – und ich stehe dazu.“ Ihre Swinger-Regel besagt auch, dass er sich zwar mit anderen Frauen vergnügen darf, aber nicht mit ihnen schläft.

Anton (43) und Jeanette (29) aus Innsbruck an der Bar im Lustschloss Arkanum. Sie gehen offen mit ihrem Hobby um

„Ich habe, bevor ich Jeanette kennengelernt habe, viel Sex gehabt. Das Zusehen gibt mir heute mehr“, sagt der Berufs-DJ aus Innsbruck. Er und seine Freundin haben sich über die Arbeit kennengelernt. „Wir haben uns anfangs nicht gemocht. Wir wussten nur, dass wir beide sexuell offen sind – und wollten Sex.“ Beim ersten gemeinsamen Besuch im Swingerclub vor sechs Jahren waren sie eine Zweckgemeinschaft. Heute sind Anton und Jeanette ein Paar und haben einen Sohn (2). „Den Club-Besuch gönnen wir uns noch alle zwei, drei Monate.“

Das Arkanum ist ihr Stamm-Club geworden. Anton: „Ich habe schon viele Läden gesehen, teilweise mit alten, aufdringlichen Gästen – hier aber sind die meisten Gäste nett und ansehnlich.“ Ihr erster Gang ist immer zur Bar, da gibt’s Ramazotti zum warmwerden. „Dann gehen wir zum Grill, das Fleisch ist sensationell!“ Anton und Jeanette lassen sich Zeit: „Es gibt Paare, die gehen gleich hoch auf die Spielwiese – das ist nicht unseres!“ Durch Gespräche haben sie schon vier andere Pärchen kennengelernt, mit denen sie sich regelmäßig außerhalb des Clubs für Ausflüge oder Konzerte treffen.

Irgendwann juckt es die beiden aber schon. „Dann schauen wir hoch zur Spielwiese und fragen, ob wir mitmachen können. Das ist ja das Schöne hier, dass man nicht ewig drumrum reden muss.“ Oberste Regel der beiden: Anton und Jeanette gibt’s nur im Doppelpack. „Wir klettern zu zweit auf die Matte – und haben dann Spaß mit vielen.“ Er mit anderen Frauen – aber eben ohne Geschlechtsverkehr. „Und bei ihr steh‘ ich am meisten drauf, wenn sie Sex mit mehreren Männern hat.“ Bei beiden ist Küssen verboten.

Die Innsbrucker Swinger haben ein festes Regelwerk. „Nur so kommt es nicht zu Streitereien und selten zu Eifersüchteleien“, sagt Anton. Das Swinger-Leben, so sagt er, ermögliche ihnen eine bessere Partnerschaft. „Wir haben beide sehr gern Sex. Da wäre es schade, wenn der im langweilig wird. Außerdem wollen wir beide nicht, dass der andere fremdgeht. Und wenn wir regelmäßig in den Club gehen, gibt es keinen Grund mehr für einen Seitensprung.“

nba

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Kommentare

Allgeier Schneidermetz
(1)(0)

na, da wern wir vom Seniorenstammtisch am Wochenende o amol hinganga !!! DES wird schee !!!

HaseAntwort
(2)(0)

ist die frage ob es wirklich antons sohn ist..

HelenAntwort
(2)(0)

...jetzt weiß ich warum!

Beim F....n sind alle gleich! Daher kommt die Harmonie!