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Ukraine-Krise verstärkt Ansturm auf Münchener Tafel: Lebensmittel werden knapp – Chefin schlägt Alarm

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Von: Martina Williams

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Lange Schlangen gibt es jetzt schon an der Großmarkthalle.
Lange Schlangen gibt es jetzt schon an der Großmarkthalle. © Oliver Bodmer

Die Tafel bittet um Hilfe: Bislang sind 12.529 Flüchtlinge aus der Ukraine in München angekommen. Sie werden mit dem Nötigsten versorgt – doch das Essen wird knapp!

München – Großen Andrang sind sie gewohnt, die ehrenamtlichen Helfer der Münchner Tafel. Doch dieser Einsatz an der Großmarkthalle zerrte auch bei ihnen an den Kräften: Wurden dort vor dem Ukraine-Krieg* 570 Bedürftige versorgt, waren es vergangenen Samstag (12. März) 700 Menschen mehr: Erstmals bekamen auch Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet die nötigsten Lebensmittel. „Wir sind stolz, unseren Beitrag zu leisten“, sagt Tafel-Gründerin Hannelore Kiethe. „Doch wir stehen vor einem großen Problem: Das Essen wird knapp. Und wir brauchen noch viel mehr!“ Helfen, sagt sie, können jetzt nur Spenden.

Tafel versorgt ukrainische Geflüchtete mit dem Nötigsten

Hauptsächlich ältere Menschen, Frauen und Kinder wurden am Samstag an der Großmarkthalle in München* versorgt. „Einige hatten tagelang im U-Bahnschacht in Kiew ausgeharrt“, sagt Tafelsprecher Steffen Horak. „Bei uns bekommen sie jetzt einen dreimonatigen Gästeausweis“. Wichtig: Um versorgt zu werden, müssen sich die Flüchtlinge vorab telefonisch anmelden: Die Tafel hat extra die Hotline (mit Übersetzern) unter der Telefonnummer (0800) 2 00 44 60 eingerichtet. Hannelore Kiethe: „Damit wir die Ware einteilen können.“

München: Bei der Tafel wird das Essen knapp - Engpässe in den Supermärkte

Denn die Tafel versorgt heute schon rund 22 000 Bedürftige an den 28 Ausgabestellen im Stadtgebiet mit Lebensmitteln. Dafür sind jede Woche 125 Tonnen Nahrungsmittel nötig, die an Supermärkten oder bei Lebensmittelherstellern abgeholt werden. „Doch seit einiger Zeit gibt es leider Engpässe bei den Supermärkten* und Unternehmen, die auch wir zu spüren bekommen“, sagt Hannelore Kiethe. „In den Filialen ist nicht mehr so viel übrig, das abgegeben wird.“

Tafel-Gründerin Hannelore Kiethe
Tafel-Gründerin Hannelore Kiethe © klaus haag

Das spürt auch Fußball-Weltmeister Paul Breitner (70), der seit 15 Jahren bei der Ausgabestelle in Haidhausen* jeden Montag Lebensmittel verteilt. „Wir haben deutlich weniger Essen für unsere Gäste zur Verfügung als früher.“ Einziger Ausweg: „Mehr denn je sind jetzt Spenden wichtig in diesen Zeiten, in denen es von Woche zu Woche weniger Lebensmittel gibt.“

Paul Breitner hilft seit Jahren bei der Tafel mit
Paul Breitner hilft seit Jahren bei der Tafel mit © Michael Westermann

Dazu kommt, dass in Haidhausen, wie auch an anderen Münchner Ausgabestellen, Bedürftige anstehen, die Familienmitglieder aus der Ukraine aufgenommen haben. Breitner: „Natürlich brauchen diese Menschen jetzt beispielsweise Brot, Kartoffeln, Butter und eine Milch mehr. Dabei dürfen unsere anderen Gäste aber nicht vernachlässigt werden.“

So können Sie helfen

Spenden können Sieonline unter www.muenchner-tafel.de/spenden oder:
HypoVereinsbank München, IBAN: DE 3770 0202 7068 5019 3310,
BIC: HYVEDEMMXXX
Auch Helfer werden für Samstag noch gesucht:
Bitte vorab bei Evi Schaflitzl melden, Telefon (0173) 4 35 58 75

Tafel-Chefin: Essen muss zugekauft werden - Bitte an die Münchener

Das ist auch Tafel-Chefin Hannelore Kiethe wichtig: „Wir kämpfen dafür, dass alle gut versorgt werden. Und dafür müssen wir jetzt vermutlich Ware zukaufen.“ Wer helfen möchte, spendet deshalb am besten Geld. Kiehte: „Eine Sammelstelle für private Nahrungsmittelspenden haben wir nicht. Das können wir leider logistisch nicht stemmen.“ Aber jeder Cent zählt, wie Sprecher Steffen Horak betont: „Denn die Tafel hat beim Lebensmittel-Zukauf besondere Konditionen. Wir bekommen für 20 Euro mehr als ein Münchner im Supermarkt.“

Hannelore Kiethe bleibt nur die Bitte an die Münchner: „Helfen Sie uns Helfern! Denn schon an diesem Samstag rollt am Großmarkt die nächste Flüchtlingswelle an.“ *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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