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Münchner ärgern sich an der Zapfsäule: „Dass es so heftig wird, hätte ich nicht erwartet“

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Von: Julian Limmer

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Petra Weiser würde ihr Auto am liebsten abschaffen – allerdings ist sie noch auf den Wagen angewiesen und ärgert sich über die teuren Preise
Petra Weiser würde ihr Auto am liebsten abschaffen – allerdings ist sie noch auf den Wagen angewiesen und ärgert sich über die teuren Preise. © Sigi Jantz

Nach dem Tank-Rabatt kommt der Sprit-Schock – das haben die Münchner Autofahrer am Donnerstag an der Zapfsäule schmerzlich festgestellt. Wir haben uns an der Zapfsäule umgehört.

München - Rund 25 Cent pro Liter mehr als am Vortag wurden am Donnerstag in der Früh für Superbenzin der Sorte E 10 fällig (Werte teils über 2,10 Euro) – der Dieselpreis stieg um zehn Cent auf Werte über 2,25 Euro. Das geht aus einer ersten Einschätzung des ADAC hervor. Bis zum Mittwoch lag der Liter-Preis für Super E10 an den meisten Tankstellen noch deutlich unter 1,90 Euro – das zeigt auch der Foto-Vergleich an zwei Münchner Stationen auf dieser Seite, bei dem jeweils Werte vom Dienstag und vom Donnerstag zu sehen sind.

München: Preissprung an Tankstelle - „Dass es so heftig sein wird, hatte ich nicht erwartet“

Der Münchner Tankstellenbetreiber Günter Friedl hatte zwar bereits mit einem Preissprung gerechnet – aber: „Dass es so heftig sein wird, hatte ich nicht erwartet.“ Friedl, der auch Vorsitzender des Verbandes Tankstellengewerbe Bayern ist, macht auch die Preispolitik der Öl-Multis mitverantwortlich – denn sie legen fest, was der Sprit an den Tankstellen kostet: „Die wirtschaftlichen Interessen der Ölkonzerne sind eindeutig erkennbar.“

Denn: Die Lager so mancher Tankstelle sind bis Mittwoch noch mit Sprit zu den alten, niedrigen Steuersätzen gefüllt worden. Der Treibstoff, der aktuell durch die Zapfhähne läuft, wurde also in vielen Fällen noch verbilligt eingekauft – denn die Energiesteuer wird bereits vor der Abgabe an die Tankstellen fällig. Vor diesem Hintergrund, kritisiert der ADAC, seien die aktuell hohen Preise „gegenüber den Verbrauchern in keiner Weise zu rechtfertigen“.

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Das Verständnis der Autofahrer an der Zapfsäule ist wie zu erwarten gering

Das Verständnis der Autofahrer an der Zapfsäule ist wie zu erwarten gering. „Hier profitieren vor allem die Konzerne“, ist sich Petra Weiser sicher. Sie sei auf das Auto angewiesen, versuche aber ihre Fahrten deutlich zu reduzieren. „In Zukunft möchte ich mein Auto noch öfter stehen lassen. Ich würde es verkaufen, wären Bus und Bahn besser ausgebaut.“ Weisners Forderung: „Ich finde für den Nahverkehr sollte der Staat deutlich mehr Geld locker machen.“

Ob der Sprit in den kommenden Wochen noch teurer wird? Der ADAC traut sich da noch keine Einschätzung zu. Fakt ist: Der Preis ist bereits in den vergangenen Wochen gestiegen – bei Benzin um rund zehn und beim Diesel um rund 20 Cent. Gründe dafür seien eine gestiegene Nachfrage, knappe Kapazitäten in Raffinerien und logistische Herausforderungen, wie etwa das Niedrigwasser auf dem Rhein, heißt es dazu vom Wirtschaftsverband Fuel und Energie. VON JULIAN LIMMER UND CHRISTOPH HACKL

Autofahrer in Nürnberg müssen nach Ende des Tankrabatts ebenfalls wieder Tief in die Tasche greifen.

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