„Erleichtern Lebensstil ohne eigenes Auto“

Neue Taxi-Regeln für München! Kartenzahlung kommt wohl - aber einen Haken gibt es

Taxen stehen in der Nähe des Impfzentrums in der Treptow Arena in Berlin.
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München soll eine neue Taxiverordnung bekommen (Symbolbild).

Das Taxi-Fahren in München soll sich komplett ändern. In wenigen Tagen entscheidet der Stadtrat über Grundgebühr, Kilometerpreis und bargeldloses Zahlen in den Wagen.

  • München* ändert seine Taxiverordnung. Unter anderem soll in allen Fahrzeugen bereits ab 1. März das bargeldlose Zahlen möglich sein müssen.
  • Außerdem entfällt eine Reihe von Zuschlägen, etwa für die Bestellung per Telefon.
  • Dafür wird allerdings die Grundgebühr angehoben. Der Stadtrat soll am Mittwoch entscheiden.

München - In der bayerischen Landeshauptstadt gibt es rund 2000 Betriebe im Taxi- und Mietwagenverkehr mit 8000 angestellten Fahrern. Taxis zählen in München zum öffentlichen Nahverkehr, die Tarife werden daher von der Taxikommission ausgearbeitet, der Stadtrat entscheidet über die Regularien. Und die sollen sich nun nicht unerheblich ändern.

Wie aus einer Beschlussvorlage hervorgeht, sollen einige Zuschläge entfallen. Wer künftig beispielsweise Gepäck mit dem Taxi transportieren will, zahlt dafür keinen Obolus mehr. Bisher kostete die Mitnahme 70 Cent. Die gleiche Gebühr wurde für die Mitnahme von Tieren aufgerufen. Auch diese Gebühr wird gestrichen. Entfallen soll künftig auch die Bestellgebühr. Die betrug 1,40 Euro und wurde fällig, wenn ein Kunde ein Taxi via App oder Telefon geordert hat. Laut Taxiunternehmen sei diese Bestellgebühr bei rund 75 Prozent der Fahrten angefallen.

Neue Taxi-Regeln für München: CSU jubelt über Kartenzahlung - „Freut uns sehr“

Dafür steigt allerdings der Grundpreis um einen Euro von 3,50 Euro auf 4,50 Euro – sobald der Stadtrat zugestimmt hat. Und wegen der Erhöhung des Mindestlohns steigt dieser Preis zum 1. Januar 2022 abermals um zehn Cent an. Überdies wird der Kilometerpreis angehoben, in jeder Staffelung beträgt er fortan zwei Euro, bislang wurden ab fünf Kilometern 1,80 Euro und ab zehn Kilometern 1,70 Euro fällig.

Außerdem sollen alle Taxis verpflichtend die Möglichkeit zur Kartenzahlung anbieten. Das entspricht einer Forderung der CSU. „Es freut uns sehr, dass das umgesetzt wird“, sagt Fraktionschef Manuel Pretzl. „Außerdem hatten wir gefordert, dass eine Qualitätskontrolle eingerichtet wird, an die man sich mit Beschwerden wenden kann. Auch das wird umgesetzt und trägt zur Erhöhung der Qualität bei.“

Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher sagte am Freitag: „Die Änderungen sind mit den Taxi-Unternehmen abgestimmt. Für uns bleibt das Taxi eine wichtige Ergänzung zu Bus und Bahn* und ist Teil des ÖPNV. Taxen erleichtern einen Lebensstil ohne eigenes Auto.“

Neue Tarife bei Taxi-Fahrten in München: „Wir schaffen mehr Transparenz für Kunden“

SPD-Vize Christian Vorländer freut sich über die Modernisierung der Taxitarifordnung. „Wir schaffen noch mehr Transparenz für die Kunden, wir vereinfachen die Tarife.“ Dass auch das Taxigewerbe mit dem Konzept sehr zufrieden sei, zeige, dass die Stadt auf dem richtigen Weg sei. „Und auch bei der anstehenden Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes werden wir auf eine gute Lösung für unsere Taxifahrer achten.“

Tatsächlich wird auf Bundesebene derzeit an der Novellierung gearbeitet. Die SPD wird am Montag beantragen, dass die Stadtverwaltung die Auswirkungen des neuen Gesetzes auf den Öffentlichen Personennahverkehr, das Taxigewerbe und das Mietwagengewerbe in München darstellt. *tz.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Die Corona-Krise belastet auch die Internet-Verbindungen - wegen Homeoffice und Streaming. Hält das Netz in München stand? Der Stadtplan zeigt: In vielen Vierteln hakt es.

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