Autohass oder Nächstenliebe?

Tempo 30 bald in ganz München? Thema zieht große Kreise - „Nicht Autohass, sondern Nächstenliebe“

Die Frage der Geschwindigkeit: Tempo 30 spaltet in München weiter die Gemüter
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Die Frage der Geschwindigkeit: Tempo 30 spaltet in München weiter die Gemüter (Symbolbild).

Es geht um die Mobilität der Zukunft: Das Thema Tempo 30 polarisiert das Münchner Rathaus. Ein neuer Antrag von Fraktionen bringt wieder Zündstoff in die Debatte um den Autoverkehr.

München - Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in der ganzen Stadt – dieses Thema lässt München* nicht los. Zig Leser schrieben uns ihre Meinung zu dem Plan. Und auch in der Politik wird (weiter) heiß diskutiert: Nachdem sich Grüne und SPD über die Frage – und den Umgang damit – so dermaßen zerstritten hatten, dass nur ein Friedensgipfel mit dem Oberbürgermeister die Wogen glätten konnte (wir berichteten), bringen die Stadtratsfraktionen von ÖDP/Freien Wählern und Linken das Thema nun wieder auf die Tagesordnung.

München: Tempo 30 in der ganzen Stadt? ÖDP/FW fordern Perspektivwechsel

Sie beantragen einen dreijährigen stadtweiten Modellversuch mit Tempo 30 als Regelhöchstgeschwindigkeit. Sonja Haider, mobilitätspolitische Sprecherin von ÖDP/FW meint: „Eine Verkehrswende – für die sich übrigens auch die SPD ausgesprochen hat – braucht einen Perspektivwechsel.“ Tempo 30 bedeute „mehr Verkehrssicherheit und eine höhere Lebensqualität“. Mit Blick auf die Auseinandersetzungen zwischen Grünen und SPD sagt Haider: „Die Rathausregierung täte gut daran, sich weniger mit der Pflege ihrer Egos zu beschäftigen und mehr an das Wohl der Bevölkerung zu denken.“ Und weiter: „Hätten sich alle Verantwortlichen mit den Sachargumenten beschäftigt, müssten sie zugeben, dass Tempo 30 nicht ‚Autohass‘ sondern ‚Nächstenliebe‘ bedeutet.“

Ähnlich sieht das Brigitte Wolf (Linke): „Tempo 30 rettet Menschenleben. Die Einschränkungen für den Autoverkehr sind demgegenüber nachrangig, zumal die erreichbare Durchschnittsgeschwindigkeit in vielen Fällen kaum sinken wird.“ In der belgischen Hauptstadt Brüssel ist dieses Szenario bereits Realität:

Immer mehr Gedränge auf den Straßen und fehlende Radwege führen zu Unfällen: Radfahren in München ist eine gefährliche Angelegenheit. Das soll sich mit dem Radentscheid* ändern. *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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