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Teurere Lebensmittel in den Supermärkten: Damit müssen Verbraucher rechnen

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Von: Claudia Schuri

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Beim Aldi wurden die Preise bereits überholt.
Beim Aldi wurden die Preise bereits überholt. © dpa

Der Schock kommt an der Kasse: Die Preise für Lebensmittel schießen gerade weiter in die Höhe. In vielen Supermärkten müssen die Kunden mehr bezahlen. Das hat viele Gründe - und wann es wieder eine Entspannung gibt, ist noch nicht absehbar.

Gestern schlug bei vielen Kunden der Inflations-Hammer zu: Aldi macht eine ganze Reihe von Produkten teurer – und zwar massiv. Dabei geht’s vor allem um Fleisch, nachdem vor wenigen Tagen schon Hunderte anderer Artikel im Preis gestiegen waren. Auch in anderen Läden müssen die Münchner immer tiefer in die Tasche greifen.

„Experten erwarten eine Preissteigerung im zweistelligen Bereich“, bestätigt Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern. „Das liegt vor allem an den steigenden Einkaufspreisen.“ Immerhin: „Die Lebensmittelversorgung ist gesichert“, betont er. Hohe Energiekosten, der Ukraine-Konflikt, Personalausfall wegen Corona – all das habe Auswirkungen.

Wie hoch die Preise noch steigen werden, sei nicht absehbar, sagt Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale. „Aber wir gehen davon aus, dass alles wesentlich teurer wird.“ Einige Beispiele: Tiefkühl-Fisch stamme oft aus Russland und werde in Asien weiterverarbeitet – hier könnte es schwierig werden. „Weizen aus Russland wird bei uns meist nicht für unsere Ernährung genutzt, sondern für die Tierproduktion“, ergänzt sie: „Die Geflügel- und Schweinemast kann teurer werden.“ Genauso wie der Gemüse-Anbau: „Dünger kommt oft aus Russland.“

Das sagen die Supermärkte zu der Situation

Derweil betonen die Supermärkte, dass die Erhöhungen nicht leichtfertig erfolgten. „Nur wenn es nicht mehr möglich ist, die gestiegenen Kosten abzufedern, müssen wir Preisanpassungen vornehmen“, sagt eine Sprecherin von Aldi. Zuvor werde geprüft, ob Mehrkosten anderweitig – zum Beispiel durch eine Reduktion der Marge – aufgefangen werden könnten. Auch Rewe sagt, die steigenden Kosten führten „zwangsläufig dazu, dass wir bei einzelnen Warengruppen und Artikeln die Verkaufspreise erhöhen müssen. Wir werden allerdings strikt darauf achten, dass nur dort Preisanpassungen an die Kunden weitergegeben werden, wo es tatsächlich einen hohen Kostendruck gibt“, so ein Sprecher. Lidl macht keine Angaben zum Thema, betont aber, man bemühe sich, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Edeka wiederum berichtet, „in harten Verhandlungen mit der Markenartikelindustrie“ zu sein. „Aus unseren Gesprächen wissen wir, dass viele Preiserhöhungsforderungen nur teilweise auf echten Kostensteigerungen beruhen“, so ein Sprecher. „Wir werden jede Forderung sehr genau prüfen.“ Steigende Preise ließen sich aber nicht immer vermeiden. Eine Möglichkeit könne der Ausweis bisher nicht genutzter Anbauflächen in der EU sein, damit zumindest zum Teil die Situation zur anstehenden Ernte entspannender wird.

Die Verbraucherzentrale fordert jetzt Reaktionen der Politik. „Für untere Einkommensschichten ist die Entwicklung ein Problem“, berichtet Daniela Krehl. Ihr Vorschlag: „Man könnte den Hartz-IV-Satz erhöhen und die Mehrwertsteuer für Obst und Gemüse streichen.“

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