Thalkirchen: Wir kämpfen gegen die  Tierhasser

München - Die Thalkirchner hatten sich über ihre Schwanen-Babys schon so gefreut. Doch jetzt haben einige Anwohner schlimme Beobachtungen gemacht.

 Offenbar hat es ein Tierhasser auf die sechs flauschigen Küken der Schwanen-Familie abgesehen, die ihr Nest direkt am Ufer des Isarkanals gebaut hat: „Die Schwäne werden immer wieder gequält“, berichtet Anwohnerin Ingeborg Weyerstahl gegenüber Hallo München.

Die gesamte Brutzeit, 40 Tage lang, haben die Thalkirchner das Pärchen nicht aus den Augen gelassen, haben frisches Heu gebracht, wenn die Zweige vom Regen nass geworden waren und dafür gesorgt, dass Störenfriede dem Nest nicht zu nahe kommen. Denn schon vor dem Brüten hat es extreme Vorfälle gegeben, berichtet ein Anwohner: „Die Schwäne mussten fünfmal ihr Nest bauen, weil die ersten immer zerstört wurden!“

Und die Situation spitzt sich weiter zu: „Wir haben gesehen, wie ein Fahrradfahrer ganz dicht am Geländer gehalten und nach den Tieren getreten hat. Ein anderer Passant hat einem Schwan seinen Spazierstock in den Hals gerammt – und wieder ein anderer hat sogar auf das Nest uriniert“, sagt Weyerstahl. Sie selbst wurde auch schon Opfer der gewissenlosen Rüpel. „Als ich den Radfahrer zur Rede stellen wollte, hat er mich aufs Übelste beschimpft und mir gedroht“, erzählt die 43-Jährige.

Doch einschüchtern lässt sich die Thalkirchnerin aber nicht. Im Gegenteil: „Wir haben ein Schild aufgehängt, mit dem wir um Rücksichtnahme auf die Tiere bitten.“ Außerdem hat sie die Stadt informiert. Das KVR wolle eine Absperrung aufstellen. Auf Hallo-Anfrage bestätigt Daniela Schlegel: „Provisorisch wurde bereits ein Flatterband angebracht.“ Eine feste Absperrung soll bald folgen. Auch die Polizei habe jetzt „verstärkt ein Auge auf den Bereich“.

Der Übergriff auf die Schwäne am Isarkanal ist kein Einzelfall. Im Januar 2010 kam das Schwanen-Traumpaar vom Hinterbrühler See ums Leben. Anwohner fanden ein völlig abgemagertes Weibchen am Isarkanal. Die Schwänin war am Ende völlig entkräftet – sie musste eingeschläfert werden. Das Männchen kam wohl nie über den Tod seiner Partnerin hinweg, es verschwand spurlos. Auch in diesem Fall hatten sich Anwohner für die Tiere stark gemacht und bei der Stadt erreicht, dass ein Zaun am Seeufer aufgestellt wurde, um den Wasservögeln in der Brutzeit Rückzugsmöglichkeiten zu bieten.

Zwei weitere Tier-Dramen erschütterten im Juni 2010 die Stadt. Der erste Fall ereignete sich am Hinterbrühler See: Ein Spaziergänger fand einen toten Schwan auf der Insel am See. Ein freilaufender Hund hatte wohl das Tier erwischt. Am Fasaneriesee gingen Tierhasser noch weiter: Unbekannte legten kaputte Bierflaschen in Schwanen-Nester und nahmen fünf Schwanen-Küken mit.

Daniela Schmitt

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