„Würde so etwas nie tun, ohne vorher zu fragen“

Was geschah nach der Wiesn? Heftige Vorwürfe gegen Münchner Theaterchef - er gesteht sonderbares Faible

Thomas Pekny, Theaterchef aus München steht vor dem Landgericht München: Ihm wird sexueller Missbrauch vorgeworfen.
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Münchner Theaterchef vor Gericht: Von jungen Frauen soll Thomas Pekny Video und Foto-Aufnahmen gemacht haben.

Der 69-Jährige Intendant soll betrunkene Frauen von der Wiesn in sein Theater gelockt und missbraucht haben. Jetzt steht er in München vor Gericht.

München - Der Intendant der Komödie im Bayerischen Hof, Thomas Pekny, hat am Donnerstag (22. Juli) vor dem Landgericht München* Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs zurückgewiesen. „Ich würde so etwas nie tun, ohne zuvor zu fragen“, ließ er über seine Verteidigerin verlesen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 69-Jährigen vor, betrunkene Frauen auf der Wiesn angesprochen und mit in die Proberäume seines Theaters genommen zu haben. Dort soll er sich an den schlafenden Frauen vergangen und davon Videos und Fotos gemacht haben. Angeklagt sind drei Fälle aus den Jahren 2015 und 2016.

München: Theaterchef bestreitet Missbrauchsvorwürfe - „gefragt, ob ich weitermachen darf, wenn sie einschläft“

Pekny leugnet nicht, dass es intime Berührungen gab und dass er ebenso intime Aufnahmen der Frauen gemacht hat. Er teilt aber in einer Erklärung mit, dass das nur mit dem Einverständnis der Frauen geschehen sei. Er habe auch „gefragt, ob ich weitermachen darf, wenn sie einschläft“, sagte er über einen der drei Fälle. „Sie wollte, dass ich weitermache“, sagte er über einen anderen. Eine Frau habe anschließend sogar bei ihm übernachtet.

Weiter erklärte der Theatermacher, dass er schon seit rund zehn Jahren ein Faible dafür habe, intime Aufnahmen von Frauen zu machen – aus künstlerischen Gesichtspunkten. Wenn Frauen das nicht wollten, habe er auch keine Aufnahmen gemacht…

Münchner Theaterchef vor Gericht: Frauen fanden Bilder auf dem Handy des Angeklagten

Genau das – Aufnahmen ohne das Einverständnis der Fotografierten – wirft ihm die Staatsanwaltschaft nun aber vor. Zeugin Jessica T. (25) erkennt sich auf den Bildern, die auf Peknys Handy gefunden wurden, wieder. Ihr Einverständnis dafür habe sie aber nie gegeben. Sie sei auf dem Oktoberfest betrunken gewesen und wollte nach Hause, schildert T. Sie kam mit Pekny ins Gespräch. Er bot an, sie nach Hause zu fahren – zu ihrer Wohnung im Lehel*. Die 25-Jährige stieg ein. Dann verblassen ihre Erinnerungen, bis sie am Morgen zu Hause aufwachte. Wann und wo die Bilder gemacht wurden, weiß sie nicht.

Dass die Fotos überhaupt zur Polizei* kamen, liegt an zwei anderen Frauen. Karina S. hatte nach eigenen Angaben ab 2016 eine Beziehung mit Pekny, Nadine P. seit Ende 2015 eine Verbindung mit ihm, wie sie sagt. 2018 entdeckten die beiden Frauen die fraglichen Fotos auf seinem Handy – und stellten Strafanzeige. Das Thema kochte hoch, T. machte daraufhin eine Therapie. (pp) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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