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Was läuft da eigentlich rum? Große Tierzählung in Hellabrunn – sie ist nicht immer so einfach

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Von: Nina Bautz

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Besucher stehen vor dem Elefanten-Gehege im Tierpark Hellabrunn
Ob groß oder klein: Alle Tiere in Hellabrunn müssen bei der Inventur ran. (Archivfoto) © Peter Kneffel / dpa

Bis Ende der Woche werden die Tiere im Tierpark Hellabrunn gezählt, gewogen und gemessen. Doch das ist nicht immer ein leichtes Unterfangen.

München - Die Pinguine müssen auf der Küchenwaage stehen und das Kamel muss stillhalten, damit der Pfleger es mit einem großen Meterstab vermessen kann. Inventur – was man sonst aus dem Supermarkt kennt, gehört auch im Tierpark Hellabrunn zu den ersten Aufgaben im neuen Jahr. Die große Tierzählung findet noch bis Ende der Woche statt. Einmal im Jahr müssen alle tierischen Bewohner zur Inventur ran, egal ob sie Federn, einen Panzer, Fell oder Schuppen tragen. Dann wird auch gemessen und gewogen.

Tierpark Hellabrunn: Welche Tiere sind eigentlich am meisten vertreten?

Zahlen gibt es noch keine, diese werden erst im Geschäftsbericht im 2. Quartal veröffentlicht. Aber laut Tierpark nehmen den größten Teil des Tierbestandes die Fische ein, gefolgt von wirbellosen Tieren wie Korallen oder Seeigeln. Aber wie zählt man Ameisen oder Fische?

Tierparkdirektor Rasem Baban fasst dieses Problem augenzwinkernd zusammen: „Schwarmtiere sind deutlich schwieriger zu zählen als unsere fünf Giraffen-Damen in der Afrikasavanne oder die Mitglieder unserer Elefantenherde. Otto ist da, wunderbar, Inventur beendet. Bei Fischen, Vögeln oder kleinen Tieren wie der Hausmaus ist das deutlich schwieriger. Hier arbeiten alle Tierpflegerinnen und Tierpfleger eng zusammen, um möglichst genaue Zahlen des aktuellen Bestandes zu erhalten. Dabei helfen die täglichen Tagesberichte, die die Kollegen der Tierpflege erstellen und die entsprechend abgeglichen werden. Aber wir wollen natürlich möglichst genau sein“, so Baban. Zuletzt musste aus tragischen Gründen in Hellabrunn ein Gorilla-Baby eingeschläfert werden.

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Auch Elefant und Nashorn muss in Hellabrunn gewogen werden

„Gerade bei Insekten wie Ameisen, wirbellosen Tieren oder schwarmlebenden, kleineren Fischen beruhen die Zahlen auch auf Schätzungen, die mithilfe von Fotos ermittelt werden können“, erklärt Sprecherin Sophia Zimmerling. Bei Vögeln beispielsweise sei eine Zählung problemlos möglich, da Abgänge oder Zugänge täglich erfasst werden.

Und wie wird beispielsweise ein Elefant oder Nashorn gewogen? Sie steigen auf ganz niedrige, maßangefertigte, elektronische Platten. Sophia Zimmerling: „Der Gang auf die speziellen Waagen ist Bestandteil des täglichen, medizinischen Trainings der Tiere. Dazu arbeiten die Pfleger mit Kommandos und natürlich Belohnungen.“ Flughunde etwa werden ganz sanft in Beuteln gewogen.

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