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Doppelmord im Klinikum rechts der Isar: Fast wäre auch eine Schwabinger Legende zum Opfer geworden

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Von: Andreas Thieme

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Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger gestorben
Der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger ist 93 Jahre alt geworden © Marcus Brandt/dpa/Archivbild

Am Landgericht beginnt der Mordprozess gegen Mario G. (26): Der Krankenpfleger soll zwei Menschen im Klinikum rechts der Isar getötet haben. Er hatte auch Schriftsteller Hans-Magnus Enzensberger Spritzen verabreicht - der konnte aber gerettet werden und starb starb zwei Jahre später auf natürliche Weise.

München - Dieser Fall gleicht einem Horror-Film. Im Klinikum rechts der Isar soll ein Krankenpfleger zwei Patienten getötet haben. Am Dienstag beginnt am Landgericht München I der Prozess gegen Mario G. (26). Ihm wird sogar Mord vorgeworfen. Bis Mitte Mai wird sein Fall verhandelt.

Den Ermittlungen zufolge hatte Mario G. im November 2020 auch Schriftsteller Hans-Magnus Enzensberger (†93) ohne ärztliche Anweisung sehr starke und potenziell tödliche Beruhigungsmittel verabreicht. Enzensberger überlebte den Vorfall aber zum Glück, trug jedoch Nervenschädigungen davon und war damals ohnehin schon gesundheitlich schwer angeschlagen gewesen. Enzensberger war einer der weltweit bekanntesten deutschen Intellektuellen und lebte in Schwabing. Im November 2022 starb er im Alter von 93 Jahren dann auf natürliche Weise.  

München: Pfleger tötete zwei Patienten - beinahe auch Schriftsteller Hans-Magnus Enzensberger

Mario G. hatte Enzensberger, so wie sieben weiteren Patienten, heimlich die Medikamente gespritzt - den Ermittlungen zufolge, um sie gezielt zu töten. Wie die Bild-Zeitung berichte, kam der Krankenpfleger mit alkoholbedingtem Kater zur Arbeit und wollte sich nach abendlichen Trinkgelagen angeblich nicht von seinen Patienten stören lassen. Aus diesem Grund soll der 26-Jährige den Patienten im rechts der Isar die schwere Beruhigungsmittel verabreicht haben - die Klinik zählt zu den besten in Deutschland.

Den Mordfall verhandelt das Landgericht an insgesamt 36 Verhandlungstagen. Das Urteil soll am 17. Mai fallen. Mario G. droht lebenslange Haft. 

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