Platz für 600 Beschäftigte

Mitten in München: Traditionshaus wird dem Erdboden gleich gemacht - Bagger sollen schon bald kommen

So sieht das Verdi-Gebäude in der Schwanthalerstraße heute aus.
+
So sieht das Verdi-Gebäude in der Schwanthalerstraße heute aus.

In drei Jahren soll es stehen, das neue Gewerkschaftshaus an der Schwanthalerstraße. Derweil ziehen die Genossen in die Übergangsunterkunft in der Neumarkter Straße.

  • An der Schwanthalerstraße in München* entsteht das neue Gewerkschaftshaus.
  • Es soll eine Gesamtfläche von 20.500 Quadratmeter haben.
  • Die Hälfte der Fläche soll an externe Unternehmen vermietet werden.

München - Ursprünglich hat alles mit einem Scherz angefangen: Am 1. April 2010 veröffentlichte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) eine Pressemitteilung, in der er den Abriss seiner maroden Geschäftsstelle an der Schwanthalerstraße verkündete. Jetzt, zehn Jahre später, machen die Genossen tatsächlich ernst. So viel sei schon mal verraten: Das, was da in den kommenden Jahren in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof in den Himmel wachsen soll, ist alles andere als ein Witz!

Neues Gewerkschaftshaus hat Platz für 600 Beschäftigte

Größer, moderner und freundlicher soll er werden, der neue Gewerkschaftsbau. Die ersten Entwürfe, die aus der Feder der GHP-Architekten aus Oberursel (Rhein-Main-Gebiet) stammen, sehen einen lichtdurchfluteten Gebäudekomplex mit sieben Ober- und zwei Untergeschossen auf einer Gesamtfläche von 20.500 Quadratmetern vor. Darauf sollen künftig um die 600 Beschäftigte Platz finden. Etwa die Hälfte der Fläche soll weiterhin an Gewerkschaften vermietet werden. Die andere Hälfte steht externen Unternehmen zur Verfügung. Ferner sollen nach Angaben des Planungsbüros rund 160 Tiefgaragenparkplätze samt Technik- und Lagerflächen entstehen.

Der Umzug ins Zwischenquartier läuft auf vollen Touren.

Verdi-Geschäftsführer Heinrich Birner sprach im Vorfeld von einem „Haus der Begegnung“. Von einem Ort, an dem das Miteinander im Mittelpunkt stehe. „Ich träume von einer Plaza“, verrät Birner, „von einem offenen Eingangsbereich oder einem Café, in dem man sich ganz automatisch über den Weg läuft.“

Die Mitarbeiter des Gewerkschaftshauses ziehen vorübergehend in die Neumarkter Straße

Mit den Außenmauern müsse sich gleichzeitig aber auch etwas im Inneren verändern. „Wir werden künftig eine andere Art der Arbeitsfläche brauchen“, erklärt Birner, „einen guten Mix aus mobilen und stationären Einheiten.“ Stichwort: Homeoffice. Für konkrete Aussagen sei es derzeit aber noch zu früh. Schließlich stehe jetzt erst einmal der Umzug an. Die ersten Büros sind bereits verladen, das Ausweichquartier an der Neumarkter Straße steht bereit.

So soll das neue Gewerkschaftshaus in München aussehen.

An der Schwanthalerstraße sollen die Bagger zum Jahreswechsel anrollen. Der Neubau beginnt ein Jahr später, „Ende 2021“. Wann die neue Geschäftsstelle bezogen werden kann, ist allerdings noch unklar. „Wir rechnen mit einer Bauzeit von mindestens drei Jahren“, berichtet Birner. Aber: „Man weiß ja nie, mit wie vielen Überraschungen so ein Großprojekt aufwartet.“ Fakt ist jedenfalls: Das, was da in den kommenden Jahren in den Himmel wachsen soll, kann sich sehen lassen. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

So soll München 2030 aussehen - kommt das Ende der Autos in der Stadt. Die Gewerkschaften hatten in letzter Zeit keinen einfach Stand, nachdem sie zu zahlreichen Streiks im Öffentlichen Nahverkehr aufgerufen hatten.

Mehr zum Thema:

Kommentare