Tram, Bus und U-Bahn 

So pünktlich ist die MVG wirklich

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Münchner Trambahnen und Busse liegen in Sachen Pünktlichkeit bei 80,6 beziehungsweise 79,6 Prozent. Gemessen wurden die Werte im ersten Halbjahr 2014.

München - Der Stadtrat hat im Sommer beschlossen, dass die Pünktlichkeit von U-Bahn, Bus und Tram erstmals ab Herbst im Internet veröffentlicht wird. Tatsächlich dokumentiert die MVG die Zahlen auf ihrer Seite. Das sind die Ergebnisse.

Die Frage treibt Tausende Pendler um, aber die Antwort darauf kann man ganz leicht überlesen. Wenn es in dieser Woche im Rathaus um die Leistungsbilanz der Stadtwerke geht, steht unter ferner liefen: Der Stadtrat hat im Sommer hinter verschlossenen Türen beschlossen, dass die Pünktlichkeit von U-Bahn, Bus und Tram erstmals ab Herbst im Internet veröffentlicht wird. Tatsächlich dokumentiert die MVG die Zahlen auf ihrer Seite. Während fast alle U-Bahnen pünktlich unterwegs sind, gilt bei Bus und Tram jede fünfte Fahrt als zu spät.

Die genaue Statistik: Im ersten Halbjahr 2014 erreichten 95,0 Prozent aller U-Bahnen pünktlich den Endbahnhof. Bei der Tram galt dies nur für 80,6 Prozent aller Fahrten. Beim Bus sogar nur für 79,6 Prozent. Im Umkehrschluss bedeutet das: Rund 20 Prozent aller oberirdischen Verbindungen wurden als verspätet gewertet.

Eine Fahrt gilt als unpünktlich, wenn sie mehr als zwei Minuten zu spät ankommt – 121 Sekunden. Auf diesen hohen Anspruch verweist MVG-Sprecher Matthias Korte: „In Berlin gilt das erst ab dreieinhalb Minuten, bei der S-Bahn ab sechs Minuten.“ Kein Wunder also, wenn die Statistik schlechter als anderswo ausfällt.

Die Münchner U-Bahn (hier ein Zug der Linie U1) ist in 95 Prozent aller Fälle pünktlich.

Dem Pendler hilft das freilich wenig, wenn er am Morgen im verspäteten Bus den Anschluss an die U-Bahn verpasst. „Wir stehen im Stau wie die Autos“, sagt Korte. Baustellen und bei der Tram vor allem Falschparker auf den Gleisen machten Fahrern und Pendlern das Leben schwer. Zudem seien die Werte viel besser geworden.

Tatsächlich hatte OB Dieter Reiter (SPD) im Frühjahr auf Anfrage der Grünen dem Stadtrat noch schwächere Zahlen für 2013 mitgeteilt: Da kam die U-Bahn nur auf 92,5 Prozent, die Tram auf 78,2 Prozent und der Bus auf 76,7 Prozent. Demnach hätte die Pünktlichkeit heuer um zwei bis vier Punkte zugelegt. Das liegt laut MVG oberirdisch vor allem an den Ampeln, die auf Grün schalten, wenn sich Bus und Tram nähern. Bei der U-Bahn sei der Serienschaden an den Drehgestellen ausgestanden. Allerdings droht wieder Verspätungsgefahr: Wenn in dieser Woche nachts auf der U5 zwischen Michaelibad und Quiddestraße die Gleise erneuert werden, müssen die Züge dort auch tagsüber ganz langsam fahren.

So fährt die S-Bahn

Die Statistiken von U- und S-Bahn lassen sich nicht direkt miteinander vergleichen – schließlich gilt eine S-Bahn (gehört zur DB) erst als unpünktlich, wenn sie mehr als sechs Minuten zu spät ist. So verzeichnete die S-Bahn im Frühjahr Rekordwerte von bis zu 97 Prozent! Im vergangenen Herbst waren es noch 90 Prozent gewesen. Gestern Nachmittag war allerdings wieder so ein schwarzer Tag: Wegen der Folgen des Lokführer-Streiks verzeichneten der Live-Fahrplan auf der S7 zeitweise 50 Prozent Pünktlichkeit, jeder fünfte Zug war sogar mehr als zehn Minuten zu spät! Bei der S6 waren es 70 Prozent und bei der S2 immerhin 80 Prozent.

David Costanzo

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