Viele Anwohner sind weiter unzufrieden

Tram durch Englischen Garten: Widerstand bleibt - „Lasst doch einfach Busse fahren!“

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„Lasst doch einfach Busse fahren!“ Ihre Bedenken und Anregungen konnten die Bürger auf Kommentar-Fähnchen schreiben.   

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat es wenigstens versucht: Ein Info-Abend sollte die Skeptiker von der Tram durch den Englischen Garten endgültig überzeugen. Der Plan ging nicht auf.

München - Es lagen Kommentar-Kärtchen bereit, auf einem großen Tisch sollten Bürger Anregungen und Bedenken als Fähnchen in einen Tisch mit einer aufgedruckten Stadtkarte stecken. Rund 100 Bürger waren am Dienstagabend zur ersten Info-Veranstaltung zur Tram-Nordtangente in die Schwabinger Reithalle gekommen – darunter auch zahlreiche Gegner des Projekts. Das Ergebnis: Auch nach dem Info-Abend der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) waren viele noch immer unzufrieden.

„Wir wollen die Debatte um die Nordtangente versachlichen“, sagte Arne Petersen, der bei den Stadtwerken München (SWM) für den Verkehrsausbau zuständig ist. Dafür hatten die Planer vier Vorträge und einige Stellwände vorbereitet, die die Bürger informieren sollten.

„Das U-Bahn-System ist an der Auslastungsgrenze angelangt“, sagte Petersen. Hier müsse man Fahrgäste weglocken. Ein Baustein gegen den drohenden Verkehrskollaps: Die Tram-Nordtangente. „Unsere Vorschläge heute Abend sollen dabei als Diskussionsgrundlage dienen“, sagte Petersen. „Es ist aber noch nichts entschieden.“

Anwohner: „Für mich sieht es so aus, als sei hier alles schon beschlossene Sache“

Einige der anwesenden Bürger hatten jedoch einen anderen Eindruck: „Für mich sieht es so aus, als sei hier alles schon beschlossene Sache“, beklagte sich ein Anwohner der Königinstraße, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Ich bin ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht von dieser Veranstaltung.“

Im Januar hatte der Stadtrat beschlossen, die Planungen für die Tram-Nordtangente wiederaufzunehmen (wir berichteten). Um eine Strecke von etwa 13 Kilometern am Stück bewältigen zu können, sei es notwendig, eine 2,2 Kilometer lange Tram-Trasse von der Tivolistraße bis zum Elisabethplatz zu bauen. Diese führt auch durch den Englischen Garten. Das stieß auch am Dienstagabend wieder auf Ablehnung: „Ich verstehe nicht, warum sich die Stadt so vehement gegen Busse sträubt“, sagte Anwohnerin Edith Sintram. „Die würden eine Menge Geld sparen. Das könnten wir woanders deutlich besser gebrauchen.“ Auch dass Parkplätze und bis zu 20 Bäume weichen sollen, wolle man nicht hinnehmen.

Zunächst müsste aber sowieso erst einmal eine Entscheidung im Stadtrat gefällt werden. Damit ist frühestens Ende 2019 zu rechnen. 

Aus unserem Archiv:

Severin Heidrich

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