Riss in Wand eines Geschäfts verursacht

Die Rumpelbahn vom Glockenbach: Anwohner und Geschäftsleute klagen ihr Leid - MVG hat eine gute Nachricht

Eine Frau zeigt von einem Balkon hinunter auf eine vorbeirollende Tram
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Anwohnerin Lorita O. ist genervt: Das Dröhnen der Trambahnen liegt ihr alltäglich in den Ohren.

Durch die Müllerstraße verkehren regelmäßig Trambahnen. Oder besser gesagt: Sie rumpeln. Anwohner und Geschäftsleute leiden unter dem Lärm und den Vibrationen. Jetzt gibt es laut MVG Abhilfe.

München - Sie dröhnen, sie rumpeln - wenn sie vorbeifahren, wackeln die Wände der Häuser. Der Krach der durchs Viertel zuckelnden Trambahnen lässt Lorita O. (64) und ihren Nachbarn in der Müllerstraße die Ohren klingeln.

„Das Donnern ist das Erste, was ich höre, wenn ich aufstehe, und das Letzte, bevor ich abends ins Bett gehe“, klagt die Isarvorstädterin. Es sind vor allem die langen, schweren Trambahnen vom Typ Variobahn, die den Anwohnern den letzten Nerv rauben.

Trambahn-Lärm in der Müllerstraße: Durch Rütteln bildet sich Riss in Wand eines Modegeschäfts

„Das ganze Haus vibriert“, sagt O., die seit 1988 in der Müllerstraße wohnt. Seither sei schon mindestens zweimal das Gleisbett ausgehoben und neu gemacht worden. Doch gebracht habe das nichts. In dem Modegeschäft, das sich im Haus befindet, habe sich durch das Rütteln sogar ein langer Riss in der Wand gebildet. Der Ladenbesitzer will seinen Namen nicht in der Zeitung lesen, bestätigt aber den Schaden im Gemäuer.

Goldschmied Christoph Mackrodt muss seine Auslage mehrmals am Tag zurechtrücken. „Durch die Trambahnen wackelt der Schmuck in den Vitrinen“, sagt Mackrodt. Er erinnere sich, dass es Zulassungsprobleme bei der Variotram gegeben habe: „Sie haben lange gestanden, Unwuchten sind entstanden.“ Er glaubt, dass die Räder nicht rund auf den Schienen laufen.

Trambahn-Lärm in der Müllerstraße: Variobahnen erst fünf Jahre nach Fertigstellung zugelassen

In der Tat hatte der 40-Tonnen-Koloss einen holprigen Start. Die erste Münchner* Variobahn war im September 2008 fertiggestellt. 2012 gab die MVG bekannt, dass es an neun von elf Wagen zu Schäden an den Rädern gekommen sei. Die endgültige Zulassung wurde erst im September 2013 erteilt.

MVG-Sprecher Johannes Boos räumt ein, dass die Variotrams* „bauartbedingt etwas größere Erschütterungen als Vorgängermodelle“ verursachten. Aktuell habe die MVG 14 Fahrzeuge dieses Typs in der Flotte - ein Anteil von etwa zehn Prozent.

Doch die machen scheinbar viel Ärger. Boos bestätigt, dass Anwohner die MVG „immer wieder auf Erschütterungen durch die Variobahn aufmerksam“ machen - darunter auch mehrere Bewohner der Müllerstraße. „Die MVG führt daher in regelmäßigen Abständen Reprofilierungs- und Schleifarbeiten an Radsätzen und Schienen durch, um das Auftreten von Unebenheiten schon im Vorfeld zu minimieren und zu beseitigen.“

Die Spuren der Tram: Ein Modegeschäft in der Müllerstraße hat einen langen Riss in der Wand zu beklagen.

Trambahn-Lärm in der Müllerstraße: Nachfolger der Variobahnen schon im Einsatz

Durch den Einbau einer „Rundlauf-Messstelle“ in der Sonnenstraße in diesem Jahr solle der Wartungszyklus noch weiter optimiert werden. Eine zusätzliche Inspektion an der Müllerstraße habe „keine Auffälligkeiten“ ergeben.

Die gute Nachricht: Neuere Modelle des Typs Avenio machen laut Boos bereits mehr als 22 Prozent der Flotte aus: „Sie verfügen über voll abgefederte Antriebe, die Erschütterungsprobleme wie bei der Variobahn vermeiden.“ (Daniela Pohl) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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