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Gastro-Szene trauert um den Weißwurstkönig: „Er war ein Stück München“

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Von: Sophia Oberhuber

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Berti Gaßner
Berti Gaßner und seine Leidenschaft: das Metzgerhandwerk. © Reinhard Kurzendoerfer

Nach langer Krankheit starb Kult-Metzger Berti Gaßner im Kreise seiner Familie. Mit ihm verliert die Münchner Gastro-Szene einen echten Fachmann.

München - Die Stadt ist um eine echte Legende ärmer. Berti Gaßner, Metzgermeister, ist am 3. September mit 84 Jahren verstorben. Gaßner einfach nur mit seiner Berufsbezeichnung zu beschreiben, wird seinem tatkräftigen Wirken nicht gerecht. Sein Beruf war seine Leidenschaft, des Münchners liebste Wurst seine Spezialität – der Münchner Weißwurstkönig eben. Dazu war Gaßner erfolgreicher Unternehmer, Senior-Chef von etwa 40 Mitarbeitern und allem voran: Familienmensch.

München: Kult-Metzgerei wird von Sohn fortgeführt

Gaßners Vater, Engelbert senior, gründete 1937 mit seiner Frau eine kleine Metzgerei im Münchner Stadtteil Schwabing. Mit viel Fleiß und Liebe zu seinem Beruf vergrößerte Gaßner dann den Betrieb Stück für Stück. Sein Sohn, Andreas, übernahm schließlich. Ein neuer, größerer Unternehmensstandort musste her. So zog die Metzgerei mit Marktstüberl Anfang der 1990er-Jahre von Schwabing aus an die Zenettistraße im Viehhof. Dort gibt es auch heute noch unter Leitung von Sohn Andreas die Wurst-Spezialitäten.

Metzgerei der Gaßners im Viehhof
Die Metzgerei der Gaßners im Viehhof. © Markus Götzfried

Berti Gaßner war schon länger krank, musste seit fünf Jahren im Pflegeheim rund um die Uhr versorgt werden. Schwer für ihn, wie sein Sohn Andreas erzählt. „Er wollte da nicht sein.“ Seinem Vater sei es zunehmend schlechter gegangen. Vor zwei Wochen deutete dann alles daraufhin, dass Berti zudem an einer Lungenentzündung erkrankt ist. In Absprache mit der ganzen Familie kam man zu dem Schluss, keine lebenserhaltenden Maßnahmen durchzuführen.

Münchner Gastro-Szene trauert: „Er war ein Stück München“

„Die ganze Familie konnte sich von ihm verabschieden“, sagt Andreas, der mit seinem Vater noch betete und ein besonderes Lied hörte: „Amoi seg‘ ma uns wieder“. Andreas Gabalier hat das Stück für seinen verstorbenen Vater und seine verstorbene Schwester geschrieben.

Pfarrer Schießler nahm die Krankensalbung vor. „Er ist friedlich eingeschlafen. Mit der Mama an seiner Seite“, sagt Sohn Andreas. Auch Gastro-Legende Wiggerl Hagn trauert: „Er war ein Stück München. Ein absoluter Fachmann und immer fleißig.“

Andreas Gaßner arbeitet jetzt an der Laudatio für die Beerdigung, die am Freitag (9. September) um 14.15 Uhr im Waldfriedhof Neuer Teil stattfindet. Es ist ihm wichtig, diese letzte Aufgabe selbst zu übernehmen. Für den Papa eben.

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