Filmreife Geschichte

Münchnerin verkauft Haus für 2,9 Millionen Euro und zieht in Hotel - weil sie einem Hinweis folgt

Haus verkauft, Wertsachen rausgerückt: Eine Seniorin wurde Opfer von Trickbetrügern. (Symbolbild)
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Haus verkauft, Wertsachen rausgerückt: Eine Seniorin wurde Opfer von Trickbetrügern. (Symbolbild).

Eine Seniorin aus München wurde über Monate von Trickbetrügern unter Druck gesetzt. Sie verkaufte sogar ihr Haus, gab Wertsachen weg. Bei einer Übergabe greift die Polizei zu.

  • Eine Bande von Trickbetrügern hat eine Seniorin aus München mit erfundenen Geschichten zum Hausverkauf getrieben.
  • Bei der Übergabe von Wertsachen greifen Polizisten zu.
  • Nun steht einer der mutmaßlichen Täter vor Gericht.

München - Millionenschwer hätte dieser Coup in München enden können, wären die falschen Polizisten nicht in letzter Sekunde gefasst worden. Eine Bande hatte eine 70-jährige Münchnerin über ein halbes Jahr lang per Telefon derartig unter Druck gesetzt, dass sie sogar ihr Anwesen für über 2,9 Millionen Euro verkauft - und wie von den Betrügern befohlen in Diamanten und einer Uhr angelegt hatte.

Bisher konnte nur einer der mutmaßlich mindestens drei Täter ermittelt und festgenommen werden. Der 31-Jährige muss sich nun vor Gericht verantworten: Die Staatsanwaltschaft München I hat Anklage wegen versuchten gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs in Tateinheit mit Amtsanmaßung erhoben.

Video: Landeskriminalamt warnt in Corona-Krise vor Betrügern

Trickbetrüger in München: Ahnungslose Seniorin übergibt Wertsachen im Wert von 305.000 Euro

Im März vergangenen Jahres bekam die Seniorin den ersten Anruf von den falschen Polizisten. Ihr wurde erzählt, dass ihr Name auf der Liste einer Verbrecherbande mit möglichen Einbruchsopfern stehen würde. Die falschen Polizisten gaben zudem an, dass die vermeintlichen Einbrecher mit Mitarbeitern ihrer Bank zusammenarbeiten würden. Die Frau übergab daraufhin im März und April vergangenen Jahres Gold und Uhren im Wert von etwa 305.000 Euro an einen Abholer.

Nach dieser Übergabe sei der Kontakt der Betrüger zu der Münchnerin täglich gewesen. Sie sei dazu gebracht worden, ihren Festnetzanschluss abzumelden - und nur noch ein Handy zu nutzen. Der tägliche Anrufer, ein so genannter „Keiler“, habe der Rentnerin dann vorgetäuscht, dass ein Polizeibeamter des Münchner Präsidiums von der rumänischen Mafia gefangen gehalten und bedroht werde. Die Betrüger machten der Frau glaubhaft, dass sie durch eine verdeckte polizeiliche Operation verpflichtet sei, ihn freizukaufen, aber das Vermögen wieder zurückbekomme.

München: Frau verkauft Haus für 2,9 Millionen Euro und zieht in Hotel 

Deshalb habe die Münchnerin ihr Haus für 2,9 Millionen Euro verkauft und sei in ein Hotel gezogen. Für die Summe habe sie Diamanten für 2,5 Millionen sowie eine Uhr für 175.000 Euro erworben. Als der nun angeklagte Mann den Schmuck abholen wollte, ist er von Zivilbeamten festgenommen worden.

Mit einer uralten Masche hat ein Mann einer Frau eine halbe Million Euro abgeluchst. Ermittler veröffentlichten einen Anruf von falschen Polizisten bei einem ahnungslosen Opfer - das Telefonat klingt schockierend.

Eine andere Seniorin wurde ebenfalls geprellt. Ein angeblicher Musik-Star betrog sie um viel Geld.

Auch vor der Corona-Krise* machen Betrüger nicht halt - doch ein Münchner Ehepaar lässt die Bande auflaufen. Die Polizei warnte bereits davor, dass die Ausbreitung des Coronavirus zur Geldabzocke genutzt werden könnte.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Tina Layes

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