Hans Sitzberger gießt täglich 600 Blumentöpfe

Kampf gegen die Dürre: CSU fordert bessere Bewässerung

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Die Wiese am Königsplatz sieht es aus wie ein Stoppelfeld.

München - Wiesen vertrocknen, Bäume stehen schon im Herbstkleid - die Landeshauptstadt erlebt einen extrem trockenen und heißen Sommer. München kämpft gegen die Dürre.

Was für ein Super-Sommer: Seit 2003 hat die Stadt nicht mehr so viel Sonne gesehen. Doch geregnet hat es seit zwei Monaten auch nicht wirklich. Die Folge: Wiesen vertrocknen, Bäume stehen schon im Herbstkleid. Gut, dass Hans Sitzberger (56) wenigstens die städtischen Blumentröge wässert.

Hans Sitzberger gießt die Stauden in der Sendlinger Straße.

Jeden Tag ist der 56-Jährige unterwegs, um die 600 Blumenkübel in der Innenstadt mit frischem Nass zu versorgen. Zwei Mal pro Woche ist jeder Trog dran. „Normalerweise genügt einmal Gießen die Woche“, berichtet Sitzberger. Morgens um 4 Uhr beginnt er mit seinen Kollegen die Tour mit dem orangefarbenen Tank-wagen. „In da Fria ist schee zum oabadn, da is uns koana im Weg“, erzählt er dem tz-Fotografen Heinz Gebhardt, der ihm früh um 5 Uhr in der Sendlinger Straße begegnete. Einmal Wasserfassen genügt nicht mehr. Der 20.000-Liter-Tank muss mehrfach am Hydranten nachgefüllt werden.

In der Zschokkestraße ...

Während Fuchsien und Buchenstauden im Trog regelmäßig frisches Nass bekommen, kümmern die städtischen Grünanlagen zunehmend vor sich hin. In der Ruppertstraße haben die Bäume schon einen Großteil ihres Laubes abgeworfen, am Boden sieht es aus wie im Oktober. Auch in der Zschokkestraße sowie in der Gotthardstraße tragen die Alleebäume bereits ihr Herbstkleid. Und die Wiesen an Königsplatz und Marienhof schauen aus wie abgeerntete Getreidefelder.

Dabei beteuert man im Baureferat, dass man „ derzeit mit allen verfügbaren Kapazitäten sowohl die mobilen Gefäße, die Schmuckbeete und die frisch gepflanzten Bäume“ wässere. Zusätzlich würden Bäume auf Tunneln gegossen. 50 Personen seinen täglich im Einsatz. „Auch die Rasenfläche am Marienhof wird regelmäßig nachts gewässert.“ Durch die extreme Hitze sei aber keine echte Wirkung zu erkennen. Ansonsten würden nur Rasen auf Sportplätzen gewässert.

... sowie in der Ruppertstraße könnte man meinen, es wäre schon Oktober.

Die Rathaus-CSU ist dennoch nicht zufrieden mit der Arbeit des Baureferats. Sie reichte am Dienstag folgenden Antrag ein: „Das Gartenbauamt wird aufgefordert, die Bewässerung der Grünanlagen innerhalb der Landeshauptstadt München in Zukunft verlässlich zu gewährleisten und sofortige Gegenmaßnahmen im Hinblick auf den bestehenden Verwelkungsvorgang zu ergreifen.“ Städtische Grünflächen von zentraler Bedeutung sollten regelmäßig bewässert werden, „wie das auf staatlichen Flächen wie vor dem Schloss Nymphenburg gang und gäbe ist“. In München bestehe schließlich kein Wassermangel.

Johannes Welte

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