Bürgergutachten zu Neuhausen-Bau

„Symbol für Überheblichkeit“: Zoff um Turm-Pläne am Hirschgarten

Schicke Türme in München? Die Pläne für das Paketposthallen-Areal in Neuhausen sind schwer umstritten.
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Schicke Türme in München? Die Pläne für das Paketposthallen-Areal in Neuhausen sind schwer umstritten.

Die Paketposthallen in der Nähe des Hirschgarten verschwinden. Stattdessen will München zwei schicke Türme bauen.

München - „Die weit sichtbaren Türme können im Städtevergleich leider auch als Symbol von Überheblichkeit, Luxus und Ressourcenverschwendung in München* interpretiert werden“ – dieses harte Urteil stammt vom Stadtplaner Dierk Brandt. Gemeint sind damit die zwei bis zu 155 Meter hohen Zwillingstürme, die an der Friedenheimer Brücke in Neuhausen* entstehen könnten.

München: Neuhausen-Nymphenburg wehrt sich gegen Turm-Pläne - Bürgergutachten frei zugänglich

Der Widerstand gegen die bisherige Planung für das Paketposthallen-Areal ist enorm, wie auch eine Bürgerversammlung in Neuhausen-Nymphenburg* zeigte. Fast ein Drittel der Anträge beschäftigte sich mit der Zukunft des Geländes. Alle Antragsteller kritisierten die Hochhaus-Pläne.

Und die Diskussion geht munter weiter. Die Auftaktveranstaltung zum Bürgergutachten ist für Donnerstag, 1. Juli, um 18 Uhr terminiert. Die Teilnahme ist online im Livestream unter www.muenchen-mitdenken.de/dialoge/paketpost-areal möglich. Mit dabei ist dann auch Stadtbaurätin Elisabeth Merk. Bürger können zuvor über einen Chat Fragen und Ideenvorschläge einreichen. Noch bis heute ist zudem ein städtebauliches Modell des Areals im PlanTreff an der Blumenstraße 31 zu besichtigen. Der PlanTreff ist von 13 bis 19 Uhr geöffnet.

Turm-Pläne am Hirschgarten: Ist das Vorhaben verfassungswidrig? Optik wird hart kritisiert

Die Kritiker des Projektes verweisen auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz: Ein solches Bauprojekt sei nicht mehr zeitgemäß. Zudem werden Verkehrsprobleme befürchtet, wenn dort 3.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Auch wurde die Optik der Hochhäuser kritisiert und ein Architekturwettbewerb eingefordert. Backstage-Betreiber Hans-Georg Stocker regt in diesem Zusammenhang an, dass nicht nur das Paketposthallen­areal betrachtet werden sollte, sondern auch die Flächen rundum: „Die Neubauten dürfen zu keiner Gentrifizierung führen. Wir brauchen dort auch keine Betonsilos, wie sie bisher im Umfeld entstanden sind.“ Gefordert wurde aus den Reihen der Bürger auch eine öffentliche Pro- und eine Contra-Veranstaltung, damit alle die Möglichkeit bekommen, sich über das Projekt zu informieren.

Ulrich Schaaf vom Stadtplanungsreferat verweist auf zahlreiche geplante Veranstaltungen in den nächsten Monaten zum Bauprojekt. So startet bald das Bürgergutachten, an dem sich 100 zufällig ausgewählte Bürger beteiligen können. Rund ein Zehntel davon soll aus Neuhausen-Nymphenburg stammen.

Daneben plant auch der Bezirksausschuss eine Arbeitsgruppe mit Bürgern des Stadtbezirks. (M. Hellstern) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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