Adoptivtochter erzählt

TV-Doku über tote Circus-Krone-Chefin: „Christel gibt mir jeden Tag Kraft“

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Ein Bild aus glücklichen Tagen: Jana Mandana Lacey-Krone (l.) mit Adoptiv-Mutter Christel Sembach-Krone und Mann Martin Lacey.

Der Bayerische Rundfunk portraitiert die frühere Circus-Krone-Chefin Christel Sembach-Krone (†80). Was die Adoptivtochter in der Doku „Lebenslinien“ erzählt, berührt zutiefst. 

München - Als Jana Mandana Lacey-Krone (39) über die letzten Minuten ihrer Adoptivmutter spricht, wandern ihre Augen zur Decke, sie kämpft mit den Tränen. Der Tod der Circus-Krone-Prinzipalin Christel Sembach-Krone (†80) am 20. Juni 2017 in einer Münchner Klinik hat die junge Frau schwer getroffen. „Für uns kam es sehr unerwartet“, sagt Jana Lacey-Krone mit ihrer tiefen, rauchigen Stimme. Mit ihrem Mann Martin hatte sie schon geredet, dass eine Pflege von Sembach-Krone kein Problem wäre. Doch es kam anders: „Ich glaube, sie hat es mit sich selbst ausgemacht. Sie wusste, wenn sie nach Hause kommt, ist es nicht mehr so, wie es war – und sie ist auf Hilfe angewiesen.“ Eine Tatsache, die der selbstbewussten Circus-Chefin nicht gefallen hätte, das wird in der berührenden Folge der BR-Lebenslinien deutlich, die am 17. Dezember (22 Uhr) ausgestrahlt wird. Die Sendung beschäftigt sich damit, wie es dazu kam, dass Lacey-Krone von der Meisterschülerin zur neuen Chefin des 1905 gegründeten Münchner Traditionsunternehmens wurde. 

Das Kutschengespann für den Sarg der verstorbenen Chefin des Circus Krone, Christel Sembach-Krone, fährt am 29.06.2017 in München (Bayern) für die Trauerfeier zur Aussegnungshalle.

„Mapa“ nannte Lacey-Krone ihre Adoptiv-Mutter Christel – eine Mischung aus Mama und Papa. Wie ein dritter Elternteil war die Krone-Chefin für das Mädchen, das im Alter von drei Jahren erstmals mit einem Zwergpony in der Manege des Circus Krone auftrat. Damals hieß sie noch Jana Mandana Pilz, ihre aus der Schweiz stammenden Eltern waren große Zirkusfans. Die Eltern freundeten sich mit Christel Sembach-Krone an, sie nahm sich Jana und deren Schwester Nina an. Auch Nina ist bis heute mit dem Zirkus verbunden, leitet das Krone-Café und den Ticket-Verkauf. „Meine Eltern haben mir etwas ermöglicht, was sie sich selbst erträumt haben“, sagt Jana Lacey-Krone heute. 2001 adoptierte die kinderlose Zirkus-Chefin die damals 22-jährige Jana, mit der sie die tiefe Liebe zu Pferden teilte – mit dem Einverständnis von Janas Eltern. Die Adoption sei hauptsächlich dafür da gewesen, die Nachfolge im Zirkus zu sichern, erzählt Jana Lacey-Krone. Ihre Mutter bleibe die Mutter, der Vater der Vater und die Mapa eben die Mapa. 

Lacey-Krone führt den Zirkus heute mit Hilfe ihres Mannes Martin Lacey junior (41), einem weltberühmten Löwen-Dompteur. Angst vor der Aufgabe als Chefin habe sie nicht. Doch: „Man hat natürlich Sorge, so ein Unternehmen durchzubringen.“ Tröstlich: Jana Lacey-Krone kann den Geist von Christel Sembach-Krone immer noch im Zirkus spüren. „Sie ist noch da und gibt mir jeden Tag Kraft. Sie fehlt, aber es ist nicht leer.“

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