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Über eine Stunde in U-Bahn-Aufzug gefangen: Münchnerin landet in Klinik

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Von: Laura Felbinger

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78-Jährige Renate Seidl
Renate Seidl blieb im Fahrstuhl am U-Bahnhof Messestadt Ost stecken. © Oliver Bodmer

In München blieb eine 78-jährige in einem U-Bahn-Aufzug stecken. Aufgrund eines Schwächeanfalls wurde die Münchnerin nach ihrer Befreiung in eine Klinik gebracht.

München - Über eine Stunde steckte Renate Seidl (78) im Lift am U-Bahnhof Messestadt Ost fest, verpasste deshalb ihren Impftermin. Schließlich sackte die Frau in den Armen eines Feuerwehrmannes zusammen. „Ich hatte Angst, dass der Aufzug abstürzt. Inzwischen weiß ich, dass so etwas nicht passieren kann“, berichtet die Münchnerin. Seit dem Vorfall sei sie mit der MVG* im Streit.

München: 78-Jährige bleibt mit U-Bahn-Lift stecken und erleidet Schwächeanfall

Am 4. Mai war Seidl auf dem Weg zu ihrem zweiten Impftermin in Riem. „Ich habe mich nicht so fit gefühlt und an diesem Tag den Aufzug genommen“, sagt sie. Um 15 Uhr stieg sie in den Lift – und kam nicht weiter. „Ich habe dort einen Notknopf gedrückt und mit einem Mann gesprochen“, erzählt sie. Man habe ihr zugesichert, dass gleich Hilfe komme.

„Es hat gut eine Stunde gedauert“, moniert die 78-Jährige. Der Stress und die Anstrengung waren einfach zu viel für die ältere Dame – sie erlitt einen Schwächeanfall. Infolge dessen wurde sie in die Helios Klinik in Perlach* gebracht und untersucht. Gegen 17 Uhr durfte Seidl gehen. Weil sie immer noch geschwächt war, fuhr sie mit dem Taxi Heim.

Streit mit der MVG: „Für mich ist der Fall noch nicht abgeschlossen!“

„Ich finde, die MVG könnte wenigstens meine Unkosten erstatten“, schimpft Seidl. Es geht um rund 50 Euro. Ein Anwalt der Stadtwerke entgegnet in einem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt: Der Aufzug wurde kurz zuvor gewartet. Demnach habe Seidl keinen Schadensanspruch.

Auf Anfrage unserer Zeitung heißt es seitens der MVG: „Die MVG entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten, die der Kundin aufgrund des defekten Lifts entstanden sind.“ Zur geforderten Unkosten-Erstattung könne man aber aktuell keine Aussage treffen. Seidl gibt nicht auf: „Für mich ist der Fall noch nicht abgeschlossen!“ (laf) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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