Keine Betriebspause mehr

MVG-Revolution steht München bevor: Rathaus-Plan stellt langerwarteten Fahrplanwechsel in Aussicht

Durchgehender Nachtbetrieb der Münchner U-Bahn könnte ab 2023 möglich sein
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Durchgehender Nachtbetrieb der Münchner U-Bahn könnte ab 2023 möglich sein.

Der Münchner Stadtrat macht sich für einen Halb-Stunden-Takt der U-Bahn an Wochenenden stark. Die MVG und Grüne sind skeptisch, verweisen auf den finanziellen Hintergrund.

München - Gute Nachrichten für Nachtschwärmer: Die Münchner U-Bahn* könnte in Zukunft auch nachts durchfahren – nämlich ab dem Fahrplanwechsel im Jahr 2023. Angedacht ist ein Halb-Stunden-Takt zunächst von Freitag bis Sonntag. Der Stadtrat hat gestern die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) auf Initiative der CSU beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten. Die Verkehrsbetriebe, die derzeit in der Regel mit einer Betriebsruhe von etwa zwei bis vier Uhr nachts arbeiten, bleiben skeptisch.

MVG-Chef Ingo Wortmann sagte uns, die Einführung habe große Auswirkungen auf das Netz an Nachtbussen und Nacht­trams sowie auf die Wartung und Instandhaltung. „Generell ist aber ein Verkehr in den Nächten vor Samstagen, Sonn- und Feiertagen betrieblich umsetzbar. Auf dieser Basis werden nun Planungen angestoßen.“ Auch die S-Bahn steht in München vor weitreichenden Neuerungen, Ausblick darauf gibt ein Zehn-Punkte-Plan der SPD.

Münchner U-Bahn bald mit Nachtbetrieb? „Müssen uns die Haushaltslage anschauen“

CSU-Chef Manuel Pretzl sagte, der Nachtbetrieb sei ein Meilenstein in der Verkehrspolitik – „nicht nur für junge Menschen, die abends unterwegs sind, sondern auch für viele Berufstätige.“ Ein bisschen bremst Grünen-Chefin Anna Hanusch die Erwartungen. „Wir müssen uns natürlich 2022 die Haushaltslage anschauen und was Bund und Freistaat uns für Mittel zur Verfügung stellen“, sagt Hanusch im Gespräch mit uns. Schließlich gebe es viele wünschenswerte ÖPNV-Projekte, die allesamt Geld kosten. „Aber grundsätzlich ist der Nachtbetrieb bei der U-Bahn für uns ein wünschenswertes Ziel.“

SPD-Chefin Anne Hübner sieht das ebenso. Sie halte an dem Ziel fest, die U-Bahn häufiger und länger fahren zu lassen. „Damit sie für Feiernde auch spät nachts eine echte Alternative zum Auto ist.“ Zuletzt wurde auch bekannt gegeben, dass zwei U-Bahn-Linien der Stadt entlastet werden sollen und der Takt steigen. (ska) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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