1. tz
  2. München
  3. Stadt

Ärger am Stachus: Kein U4/U5-Stopp am Stachus für zwei Monate – wegen der Rolltreppen

Erstellt:

Von: Leoni Billina

Kommentare

Am Stachus werden Rolltreppen ausgetauscht: Ganze zwei Monate lang hält hier deswegen keine U-Bahn.
Am Stachus werden Rolltreppen ausgetauscht: Ganze zwei Monate lang hält hier deswegen keine U-Bahn der Linien U4 und U5. © Jantz

Die nächste größere Baumaßnahme der Münchner Verkehrsgesellschaft steht an: Für etwa zwei Monate hält deshalb keine U-Bahn an der Haltestelle Stachus.

München - Pendler sind genervt, Innenstadt-Händler ärgern sich. Ab Dienstag bis voraussichtlich zum 3. August werden die Münchner U-Bahnlinien U4 und U5 die Haltestelle Stachus nicht mehr anfahren, sondern ohne Halt in beiden Richtungen durchfahren. Grund für die Sperrung sind Arbeiten an Rolltreppen, die nach 38 Jahren erneuert werden müssen.

Auch dieser Fall schlägt derzeit hohe Wellen bei der Münchner Verkehrsgesellschaft: Skandal bei der MVG: U-Bahn-Fahrer missbraucht Buben im Fahrerhaus.

München-Stachus: Haltestellensperrung wegen Rolltreppenwechsel

Betroffen sind drei Anlagen, die vom Bahnsteig bis zum Lenbachplatz führen. Für die Dauer der Baumaßnahme die ganze Haltestelle zu sperren, sei unumgänglich, sagt ein Sprecher der MVG. „Der Austausch dieser Rolltreppen, die auf engem Raum direkt nebeneinander liegen, ist nur am Stück möglich.“ Wenn die Rolltreppen fehlten, sei die Kapazität des Bahnhofs so beeinträchtigt, dass er für den Fahrgastbetrieb nicht mehr genutzt werden könne.

Und da es sich bei den je 56,5 Meter langen Treppen um die längsten im MVG-Gebiet handelt, müssten diese auf den Bahnsteigen gelagert werden. Erst nachts während der Betriebsruhe könnten sie dann mit Bauzügen abtransportiert werden. „Alle drei Treppen bestehen aus je 18 Einzelteilen, das dauert einfach lange.“

Sperrung am Stachus in München: Das sagen die Händler

Renate Gregor-Gläser (Tabak Lotto MVG): „Sperrungen sind im MVV nichts Neues. Daher weiß ich aus Erfahrung, dass wir etwa zehn Prozent weniger Kundenfrequenz haben werden als in normalen Zeiten. Besonders die ältere Stammkundschaft wird durch den Rolltreppenumbau zurückgehen. Die Renovierungen hätten idealerweise während des Corona-Lockdowns vorgenommen werden können, da wären die Geschäfte im Einzugsbereich nicht zusätzlich betroffen gewesen.“

Henry Mosner (Lederwaren Hetzenecker): „Wir rechnen mit etwa zehn Prozent weniger Kundschaft. Allerdings wird die U4/U5-Sperrung keine gravierenden Auswirkungen auf unser Geschäft haben, das liegt an der direkten Lage an der Fußgängerzone. Vor etwa zwei Wochen haben wir von dem Bauvorhaben erfahren, der Zeitpunkt ist ungünstig. Seit Jahren werden derartige Sanierungen verschoben. Ausgerechnet jetzt, wo der Handel die Corona-Pandemie überwunden hat, wird der Knotenpunkt mit U4/U5 gesperrt.“

Uwe Lohse (Service Punkt Schuh-& Schlüsseldienst): „Ich erwarte keine großen Einbußen, da zur Urlaubszeit und infolge von Corona sowieso weniger Kundschaft kommt. Trotz der U-Bahn-Sperrung haben wir in den Stachus-Passagen genug Verkehr durch die S-Bahnen. Ich vermute, dass der Baubeginn wegen Corona verschoben werden musste – ohnehin haben die Geschäftsleute keinen großen Einfluss auf die Bauarbeiten. Allerdings kommunizierte die MVG ihr Bauvorhaben erst spät, ich habe die Hinweiszettel nur durch Zufall bemerkt.“

(Unser München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Isar-Metropole. Melden Sie sich hier an.)

München: Sperrung der Linien U6 und U3 läuft noch bis etwa Ende Juni

Über den Zeitpunkt der Maßnahme lässt sich wohl streiten – die gleichzeitige Teilstreckensperrung der Linien U6 und U3 läuft noch bis etwa Ende Juni. Aber: „Eine Überlappung mit Baumaßnahmen auf anderen Linien lässt sich leider nicht immer vermeiden.“ Und größere Maßnahmen, auch solche wie der Austausch der Rolltreppen, hätten einen sehr langen Vorlauf, in diesem Fall ganze eineinhalb Jahre.

Wolfgang Fischer von der Händlervereinigung City Partner ärgert sich über die Beeinträchtigungen. „Erst die Sperrung bei der U3/U6, dann immer wieder Stammstreckensperrungen – jetzt auch noch das!“ Er verstehe, dass solche Baumaßnahmen nötig seien, hinterfragt jedoch den Zeitpunkt.

Langsam würden sich die Geschäfte in der Innenstadt endlich erholen und die Passantenzahlen stiegen wieder – und dann das. Weiterhin erreichbar bleibt der Stachus mit der S-Bahn und den Tramlinien 16, 17, 18, 19, 20, 21, 27 und 28. Vom Hauptbahnhof ist man in wenigen Minuten zu Fuß entlang der Schützen- oder Bayerstraße am Stachus. Am Hauptbahnhof halten auch die Linien U4 und U5. VON LEONI BILLINA UND PIA MOHR

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus München und der Region finden Sie auf tz.de/muenchen.

Auch interessant

Kommentare