1. tz
  2. München
  3. Stadt

Kommt die U6 nach Freising? Neue Förder-Richtlinien sollen bald greifen - „Deutlich höhere Anzahl an Vorhaben“

Erstellt:

Von: Sascha Karowski

Kommentare

Die U-Bahn 6 an der Haltestelle Großhadern.
Die U-Bahn 6 an der Haltestelle Großhadern. © Rutt

Gibt es vom Bund doch Geld für die Verlängerung der U6 nach Freising und der U5 nach Taufkirchen? Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat dazu nun Stellung bezogen. Geplant ist eine Reform der Finanzierungsmodalitäten. Damit sei man schon weit.

München - Die Verlängerungen der U-Bahnlinien 6 über Garching hinaus sowie der U5 von Neuperlach-Süd bis in den Ludwig-Bölkow-Campus in Taufkirchen sollen offenbar hinsichtlich Kosten und Nutzen neu bewertet werden. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) teilt in einem Schreiben an Parteikollegen mit, dass beide Trassen von einer Neufassung der sogenannten Standardisierten Bewertung profitieren könnten.

U6 und U5: Für Fördergelder muss das Kosten-Nutzen-Verhältnis besser werden

Dieses Verfahren wird herangezogen, um neue U- oder Trambahnen einem Kosten-Nutzen-Verhältnis zu unterziehen, sofern der Bau mehr als 25 Millionen Euro kostet. Die Standardisierte Bewertung ist notwendig, um Ansprüche auf Fördergelder des Bundes zu erhalten. Herangezogen wird unter anderem das zu erwartende Fahrgastaufkommen. Das Verfahren wird aber vielfach kritisiert, da es weiche Faktoren, wie etwa die Stadtgestaltung, nicht berücksichtige und mithin der Nutzen von ÖPNV-Projekten tendenziell zu gering eingeschätzt wird. Für die Verlängerung der U6 nach Freising war beispielsweise eine Bewertung von 0,11 entstanden. Somit beträgt der Nutzen nur das 0,11-fache der Kosten. Um Fördergelder zu erhalten, muss der Faktor aber größer sein als 1.

U6 nach Freising: Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) stellte Planungen ein

Zuletzt war die damalige bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) heftig kritisiert worden, weil sie die U6-Verlängerung nicht weiterverfolgen wollte.

Mit der Reform der Standardisierten Bewertung sollen nun aber Aspekte wie Klima- und Umweltschutz, Verkehrsverlagerung und Daseinsvorsorge stärker gewichtet werden. „Im Ergebnis können die beschlossenen Anpassungen die Wirtschaftlichkeit von Vorhaben des schienengebundenen ÖPNV umfassender abbilden, was sich in tendenziell besseren Nutzen-Kosten-Verhältnissen widerspiegelt“, schreibt Wissing. Er rechnet mit einer deutlich höheren Anzahl an förderfähigen Vorhaben.

Auch interessant

Kommentare