35-Jähriger sitzt in Untersuchungshaft

In Münchner U-Bahnhöfen: Dealer soll 151 Mal Drogen verkauft haben - Polizei schnappte ihn mit einem Trick

Gani F. auf der Anklagebank
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Gani F. (35) sitzt wegen Drogenhandel auf der Anklagebank

151 Taten im Stadtgebiet München: Mit Gani F. (35) ist ein mutmaßlicher Drogendealer angeklagt, der in größerem Stile mit Heroin gehandelt haben soll. Dem Albaner wird jetzt am Landgericht der Prozess gemacht.

München - Schon vor dem Gerichtsgebäude in der Nymphenburger Straße standen gestern größere Gruppen, drinnen war die Aufregung nicht geringer: Mit Gani F. (35) ist ein mutmaßlicher Drogendealer angeklagt, der in größerem Stile mit Heroin gehandelt haben soll. Dem Albaner wird jetzt am Landgericht der Prozess gemacht.

München: Täter soll in U-Bahnhöfen Heroin verkauft haben - laut Anklage 151 Mal

Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft betrieb der Angeklagte im Stadtgebiet von München einen schwunghaften Handel mit Drogen. Insgesamt 151 Taten werden ihm zur Last gelegt, die sich alle im Zeitraum Oktober und November 2020 ereignet haben sollen. Doch was der Dealer nicht wusste: Die Polizei hörte sein Handy ab - und wusste genau Bescheid, welche Geschäfte er machte.

Auch im U-Bahnhof Kolumbusplatz soll der Dealer Drogen verkauft haben

„Über Mengen und Preise wurde am Telefon nicht gesprochen, da der Angeschuldigte grundsätzlich ausschließlich sogenannte 5-Gramm-Plomben mit jeweils mindestens 4,14 Gramm Heroin zum Preis von 200 Euro verkaufte“, heißt es in der Anklageschrift. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sei Gani F. demnach zu seinen vereinbarten Treffen mit Kunden gefahren, „wo Heroin und Bargeld ausgetauscht wurden. Die Heroin-Plomben führte der Angeschuldigte dabei in seiner Unterhose mit sich.“

Im Münchner Strafjustizzentrum an der Nymphenburger Straße fand der Prozess statt

Besonders im Fokus: Fünf Stammkunden, die Gani F. jeweils zwischen 21 und 43 Mal zu mutmaßlichen Drogengeschäften im Herbst getroffen hatte. Meist mittags oder abends. Während Pendler mit der U-Bahn nach Hause fuhren, soll Gani F. in den Bahnhöfen gedealt haben, was er bestreitet. Die Polizei hatte ihn Ende November 2020 festgenommen. Fast ein Jahr lang wird er in U-Haft sitzen, bis sein Urteil am 10. November fällt.

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