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Arbeiten auch in der Nacht: Anwohner wegen geplantem U-Bahn-Betriebshof in Sorge

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Machbarkeitsstudie: So soll der neue Betriebsbahnhof Süd in Neuperlach aussehen
Illustration aus der Machbarkeitsstudie: So soll der neue Betriebsbahnhof Süd in Neuperlach aussehen. © RPB Rückert GmbH/SWM

Ein zweiter Münchner U-Bahn-Betriebshof in Neuperlach-Süd wird wohl kommen - auch, wenn die Bürger dies in zahlreichen Petionen zu verhindern versuchen.

München - Der Stadtrat hat am Mittwoch die Grundlage für den Bau eines zweiten U-Bahn-Betriebshofs in München* geschaffen. Im Planungsausschuss wurde mit den Stimmen von SPD und Grünen die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans für das etwa sieben Hektar große Gebiet in Neuperlach*-Süd, an der Grenze zu Neubiberg, genehmigt. Eine nochmalige Vertagung des Punktes war zuvor mehrheitlich abgelehnt worden.

München: Acht Meter hohe Schallschutzmauer für den neuen Betriebshof geplant

Die Rathaus-Koalition fordert die Verwaltung auf, im weiteren Genehmigungsverfahren auf größtmöglichen Lärm- und Lichtschutz „nach gesetzlichen Vorgaben“ für die Anwohner zu achten. Die Stadtwerke hatten bereits in ihrer Online-Bürgerbeteiligung im Mai betont, dass alle Emissionen unter den zulässigen Richtwerten lägen. Außerdem soll für die Lärmschutzwände über fünf Meter Höhe ein Gestaltungswettbewerb durchgeführt werden.

Entlang des Lise-Meitner-Wegs ist auf einer Länge von 250 Metern eine acht Meter hohe Schallschutzmauer für den neuen Betriebshof geplant. Größte Sorge bereitet in Waldperlach und Neubiberg der Rund-um-die-Uhr-Betrieb. Das Bremstestgleis in der Nacht sowie an Sonn- und Feiertagen nicht zu betreiben, lehnen die Stadtwerke ab. Die meiste Arbeit finde naturgemäß zu den Zeiten statt, in denen die U-Bahnen* nicht im regulären Betrieb im Netz verkehren würden. „Eine nächtliche Betriebsruhe lässt sich somit nicht umsetzen. Gleiches gilt für Sonn- und Feiertage.“

Sechs Petitionen mit wortgleichem Text beim Landtag eingereicht

Der neue U-Bahn-Betriebshof schafft Abstell- und Werkstattkapazitäten, die nötig sind, um die kontinuierlich steigenden Fahrgastzahlen und die dadurch erforderlichen Angebotserweiterungen im Öffentlichen Personennahverkehr entsprechend abwickeln zu können. Die örtliche Bürgerinitiative hat inzwischen über 1000 Unterschriften gegen den U-Bahn-Betriebshof gesammelt. Am Montag wurden insgesamt sechs Petitionen von BI und Bürgern mit wortgleichem Text gegen die Flächennutzungsplanänderung und das notwendige Planfeststellungsverfahren beim Landtag eingereicht. „Sollte Rot-Grün den Antrag wider besseres Wissen durchpeitschen, dann könnte das Ganze von der Regierung von Oberbayern gestoppt werden“, hofft BI-Sprecher Oliver Hellmund.

Die Petitionen werden voraussichtlich im Herbst behandelt. CARMEN ICK-DIETL -*tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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