Ermittlungen dauern an

Drei Jahre nach Abriss-Skandal des Uhrmacherhäusls: Neubau ein Stockwerk höher?

Die Überreste des denkmalgeschützten Uhrmacherhäusl an der Oberen Grasstraße 1 in Giesing.
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Die Überreste des denkmalgeschützten Uhrmacherhäusl an der Oberen Grasstraße 1 in Giesing.

Drei Jahre nach dem illegalen Abriss des Uhrmacherhäusls in Giesing gibt es eine neue Entwicklung. Der Eigentümer hat bei der Stadt wegen eines Neubaus angefragt – mit einem Stockwerk mehr als vorher.

  • Drei Jahre nach dem illegalen Abriss des Uhrmacherhäusls in Giesing gibt es eine neue Entwicklung.
  • Der Eigentümer hat bei der Stadt wegen eines Neubaus angefragt – mit einem Stockwerk mehr als vorher.
  • Die Ermittlungen zum Abriss dauern weiter an.

München* - Der Lokalbaukommission liegt ein entsprechender Antrag auf Bauvorbescheid für das Grundstück an der Oberen Grasstraße vor. Die zentrale Frage: Ist ein Stockwerk mehr für den Neubau möglich? „Das ist noch kein Bauantrag. Es wird nur angefragt, ob eine zweigeschossige Bebauung möglich ist“, erklärt der Pressesprecher des Planungsreferats, Thorsten Vogel. Noch könne man gar nichts dazu sagen.

Der Bezirksausschuss (BA) Obergiesing-Fasangarten beschäftigt sich gerade mit einer Stellungnahme. Für Volker Zimmer (CSU), Sprecher des zuständigen Planungsausschusses, ist sie eindeutig: „Es soll nicht mehr Baurecht geben, als ursprünglich vorhanden war.“ Das sei von Beginn an einhellige Meinung im BA gewesen. Die Stadtteilpolitiker warten dabei auch auf eine Information der Lokalbaukommission zum neuesten Stand, erklärt BA-Chefin Carmen Dullinger-Oswald (Grüne).

Ermittlungen zum Abriss des Uhrmacherhäusls dauern an

Auch Gerichte haben sich schon mit dem Grundstück befasst – beziehungsweise tun es noch immer. Das Verwaltungsgericht hatte zuletzt Eigentümer Andreas S. recht gegeben. Der hatte wiederum gegen den Bescheid der Stadt zum Wiederaufbau des denkmalgeschützten Häuschens in den alten Umrissen geklagt. Laut Gericht hatte die Lokalbaukommission geschlampt, weil sie nur den Eigentümer zur Verantwortung ziehen wollte. Die Stadt wollte jedoch nicht gegen den Bauunternehmer vorgehen, der die Folgen sowieso nicht bewältigen könnte. Der wiederum gab zu, das Haus mit seinem Bagger zum Einsturz gebracht zu haben, begründete das aber mit einer Verwechslung.

Laut der Staatsanwaltschaft München I dauern die Ermittlungen zum Abriss des Uhrmacherhäusls weiterhin an – es geht um gemeinschädliche Sachbeschädigung. Weil dazu auch im Ausland recherchiert werden muss, wo sich der Bauunternehmer aufhält, sei derzeit schwer abschätzbar, wann ein Abschluss erfolgen könnte.

„Die Reste der Giebelwände unterliegen immer noch dem Denkmalschutz“

Was von Eigentümer An­dreas S. nun angefragt ist, ist der Kompromiss, den bereits die Verwaltungsrichterin vorgeschlagen hatte: ein Gebäude mit zwei Vollgeschossen plus Dach, wie es sie in der Gegend bereits gibt. Die Stadt hat das bislang abgelehnt. Man lege Wert auf Wiederherstellung des ursprünglichen Hauses.

„Die Reste der Giebelwände unterliegen immer noch dem Denkmalschutz“: Das gibt Angelika Luible vom „Bündnis HeimatGiesing“ zu bedenken, das regelmäßige Mahnwachen am Uhrmacherhäusl abhält. Bei den Neubauplänen würde auch dieser letzte Rest des alten Handwerkerhauses verschwinden. Luible und die Nachbarn appellieren an die Stadt und den Bezirksausschuss: „Keine Zugeständnisse, keine Vergrößerung der Kubatur, nicht umfallen!“ Eigentümer Andreas S. war am Sonntag für die tz telefonisch nicht erreichbar. - Carmen Ick-Dietl - *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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