Umbau und seine Folgen

Zoff um geplanten Umzug der Bahnhofsmission: „Hier so unverzichtbar wie Radlparkhaus und Landespolizei“

Mehrere Menschen gehen an der Bahnhofsmission am Münchner Hauptbahnhof vorbei.
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Anlaufpunkt in der Not: Die Münchner Bahnhofsmission muss umziehen.

Der Umbau des Münchner Hauptbahnhofs geht voran. Doch nun ist ein Streit über die künftige Heimat der Bahnhofsmission entbrannt.

München - Sie ist eine der größten Einrichtungen ihrer Art in Deutschland: die Bahnhofsmission München*. Neben Gleis 11 finden am Münchner Hauptbahnhof* seit 1897 bedürftige Menschen Hilfe. 160 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter sind hier das ganze Jahr über beschäftigt, rund 120.000 Menschen nehmen eines der zahlreichen Angebote wahr.

Doch nach dem Umbau des Hauptbahnhofs* soll die Mission umziehen - zwar nicht weit weg im Neubau, allerdings auf zwei Stockwerke verteilt. Das sorgt im Rathaus für Kopfschütteln. In einem Antrag fordern Grüne und SPD die Bahn auf, angemessene Räume bereitzustellen.

München: Bahnhofsmission soll umziehen - Grün-Rot möchte ebenerdige Räume

Bei den Neuplanungen des Bahnhofsgebäudes seien die Belange der Mission nur unzureichend berücksichtigt worden, heißt es in dem Schreiben. Grün-Rot wünscht sich, dass die Mission nach dem Umbau ebenerdige Räume erhält. Dort könnten Mitarbeiter im Konfliktfall rascher eingreifen. Außerdem besteht der Wunsch nach großzügigeren Flächen im Eingangsbereich. Die seien notwendig, damit die Besucher zur Ruhe kommen könnten.

SPD*-Chef Christian Müller sagte: „Die Bahnhofsmission ist genauso unverzichtbar am Münchner Hauptbahnhof wie das geplante Radlparkhaus und die Landespolizei. Deshalb müssen wir einen angemessenen Platz für sie finden.“

Die Bahnhofsmission übernehme im Hilfenetz der Landeshauptstadt eine unverzichtbare Aufgabe, sagt Grünen*-Stadträtin Clara Nitsche. „Gerade in der Corona-Krise sind die Nöte der Menschen in dramatischem Ausmaß gestiegen. Aufgrund der gestiegenen Bedarfe ist es unumgänglich, sie im neuen Hauptbahnhof mit angemessenen Räumlichkeiten auszustatten.“ (Sascha Karowski) *tz.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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