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Günstig leben im Münchner Umland: Wo sich Pendeln jetzt richtig lohnt

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Von: Regina Mittermeier

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Die S-Bahn-Stammstrecke ist am Wochenende gesperrt.
Viele Pendler nutzen die Bahn, um täglich nach München zu fahren. © FrankHoermann/SVEN SIMON via www.imago-images.de

Der Münchner Wohungsmangel treibt viele Menschen ins Umland. Doch das Pendeln kann sich durchaus lohnen. Das zeigt ein Vergleich Münchens mit Augsburg, Ingolstadt und Rosenheim.

München - Raus aus München – und dorthin, wo das Wohnen weniger kostet. Das kann sich für Pendler lohnen, wenn sie richtig rechnen. Gerade ein Blick nach Augsburg rentiert sich, berichtet Stephan Kippes vom Immobilienverband Deutschland (IVD). Pendler profitieren dort von einer flotten Zugverbindung nach München und von günstigeren Kaufpreisen für Immobilien. „Pendeln kann sich definitiv lohnen“, berichtet Kippes. Es kommt nur darauf an, wie hoch die Immobilienpreise sind, wie viel das Fahren kostet – und wie lange es dauert.

Allein aus Augsburg pendelten 2022 rund 10.500 Menschen nach München

Über Jahre gingen die Preise für Immobilien in München nur steil bergauf. 2022 sind sie dann teils deutlich gesunken, um bis zu sechs Prozent. Der Grund: Die hohen Zinsen hemmen die Kaufbereitschaft. Wer Geld hat, profitiert davon – die anderen haben im Umland bessere Karten. In München kosten Eigentumswohnungen im Bestand pro Quadratmeter 9450 Euro – in Augsburg mit 4415 Euro nur fast die Hälfte (Stand: Herbst 2022). Ähnliches gilt für Ingolstadt (3950 Euro) und Rosenheim (5330 Euro).

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Auch die Mietpreise sind dort etwas niedriger, sagt Kippes. In München sind 18,40 Euro je Quadratmeter im Bestand fällig, in Ingolstadt nur 10,10 Euro (Stand: Herbst 2022). Und auch in Augsburg (11,55 Euro) und Rosenheim (12,20 Euro) lebt es sich günstiger.

Viele nutzen diese Unterschiede längst. Allein aus Augsburg pendelten 2022 rund 10.500 Menschen in die Isarmetropole. Die schnellste Bahn verbindet die Hauptbahnhöfe in 27 Minuten. Etwas länger dauert es vom Münchner Hauptbahnhof nach Ingolstadt und Rosenheim.

Die Kaufpreise werden auch nicht lange sinken

Noch günstiger wird es für die, die nicht an einem Bahnhof wohnen, sondern zwischen den Gleis-Ästen, sagt Stephan Kippes. Er empfiehlt aber: vorab die Verbindung sowie Umstiegszeiten prüfen und nachrechnen. Ein Auto, um zur Bahn zu kommen, lohne sich nicht immer.

Mit der Zeit werde es für Mieter aber wohl noch schwieriger, sagt Kippes. Nicht nur, weil viele den Kauf hinauszögern und lieber auf dem Mietmarkt suchen. Hinzu kommt, dass Bauträger und Privatpersonen Bauprojekte auf Eis legen und abwarten. Gleichzeitig soll die Bevölkerung in München und anderen Städten wachsen. „Die Mischung wird verhindern, dass es einen Preis-Abschwung gibt“, erklärt Kippes. Und er schätzt: Die Kaufpreise werden auch nicht lange sinken. Ein Lösungsweg: strukturschwache Regionen stärken, sagt Kippes. Das könne durch den Bau von Hochschulen in diesen Gebieten gelingen. „Das würde München entlasten.“

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