Umweltzone wird verschärft

+
Die Umweltzone in München wird verschärft.

München - Ob die Umweltzone die Luft in der Münchner Innenstadt spürbar verbessert, ist umstritten. Dennoch beschloss die rot-grüne Stadtratsmehrheit am Dienstag eine Verschärfung der Fahrverbote ab 2010.

Seit 1. Oktober vergangenen Jahres darf man nur mit einem grünen, roten oder gelben Umwelt-Pickerl an der Frontscheibe in die Gebiete innerhalb des Mittleren Rings fahren. Bislang gab es allerdings großzügige Ausnahmen für Anwohner und Gewerbe. Dennoch hagelte es schon über 10 000 Strafzettel.

Trotz dieser Fahrverbote für alte Stinker wurde aber der Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft an der Landshuter Allee heuer schon an 36 Tagen überschritten. 35 Tage wären seitens der EU erlaubt. Dennoch will Umweltreferent Joachim Lorenz (Grüne) zum 1. Oktober 2010 die Autos mit den roten Pickerln und zwei Jahre später die Wagen mit den gelben aus der Innenstadt aussperren.

Davon sind laut ADAC im Großraum München 150 000 Fahrzeuge betroffen. CSU und FDP waren angesichts der – trotz Umweltzone – hohen Zahl von Überschreitungstagen nicht davon überzeugt, dass eine Verschärfung der Regelung Sinn macht. Sie forderten eine wissenschaftliche Untersuchung des Themas. Dem schloss sich auch die SPD an, ein Koalitionskrach mit den Grünen war die Folge.

Immerhin ergaben Untersuchungen des Landesamtes für Umwelt, dass in München neben dem Reifenabrieb vor allem Streusalz und Rollsplitt großen Anteil an den hohen Feinstaubwerten haben. Außerdem wurden auch am Land , etwa in Andechs , relativ hohe Belastungen registriert. Umfaller in der Umweltzone: Am Dienstag machte die SPD kehrt, nachdem OB Christian Ude mit dem oberbayerischen Regierungspräsidenten Christoph Hillenbrand eine Unterredung hatte. Demnach wünsche sich der Freistaat ein gemeinsames Vorgehen mit Augsburg, das seine Umweltzone zu dem von Umweltreferent Lorenz geforderten Zeitplan verschärft.

Das bringt die Abwrackprämie: Neuzulassungen im Januar 2009

Im Januar 2008 wurden 18398 VW Golf Jettas zugelassen, Im Januar 09 waren es 20459: ein Plus von 11 Prozent
Im Januar 2008 wurden 18398 VW Golf und Jetta neu zugelassen, Im Januar 09 waren es 20459: ein Plus von 11 Prozent  © dpa
9190 Skoda Fabias im Januar 2009: das ist eein Plus von 168 Prozent
9190 Skoda Fabias im Januar 2009: das ist ein Plus von 168 Prozent © ap
VW notiert beim Polo ein Plus von 53 Prozent
VW notiert beim Polo ein Plus von 53 Prozent © dpa
Ford Fiesta im Aufwärtstrend: plus 295 Prozent
Ford Fiesta im Aufwärtstrend: plus 295 Prozent © Kurzendörfer
VW Passat: plus 01, Prozent
VW Passat: plus 01, Prozent © Archiv
Beim Audi A4 gings leicht abwärts: minus zwei Prozent
Beim Audi A4 gings leicht abwärts: minus zwei Prozent  © dpa
Auch bei der Mercedes C Klasse gabs ein Minus: 15 Prozent weniger Neuzulassungen als im Januar 2008
Auch bei der Mercedes C Klasse gabs ein Minus: 15 Prozent weniger Neuzulassungen als im Januar 2008  © dpa
Opel Astra: 22 Prozent weniger Neuzulassungen als im Januar 2008
Opel Astra: 22 Prozent weniger Neuzulassungen als im Januar 2008  © dpa
Opel Corsa: plus 18 Prozent
Opel Corsa: plus 18 Prozent © Archiv
Der 3er BMW wurde weniger oft neu zugelassen: minus 13 Prozent
Der 3er BMW wurde weniger oft neu zugelassen: minus 13 Prozent  © dpa
Ford Focus: plus sechs Prozent
Ford Focus: plus sechs Prozent © dpa
Relativ konstant: der Audia A3 mit 0,1 Prozent
Relativ konstant: der Audia A3 mit 0,1 Prozent © dpa
Hyundai i30: Die Zuwachsrate stieg um satte 810 Prozent!
Hyundai i30: Die Zuwachsrate stieg um satte 810 Prozent! © dpa
Toyota Yaris: plus 105 Prozent
Toyota Yaris: plus 105 Prozent © dpa
Der Peugeot 207 verzeichnet eine Zuwachsrate von 21 Prozent
Der Peugeot 207 verzeichnet eine Zuwachsrate von 21 Prozent © dpa
Seat Ibiza: plus 83 Prozent
Seat Ibiza: plus 83 Prozent © dpa
Der 1er BMW: minus 23,9 Prozent
Der 1er BMW: minus 23,9 Prozent © dpa
Beim VW Tiguan stieg die Zahl der Zulassungen ebenfalls deutlich: plus 80 Prozent
Beim VW Tiguan stieg die Zahl der Zulassungen ebenfalls deutlich: plus 80 Prozent  © Archiv
VW Fox: plus 359 Prozent!
VW Fox: plus 359 Prozent! © dpa
Audi A6: minus zehn Prozent
Audi A6: minus zehn Prozent © dpa
Suzuki Swift: plus 329 Prozent
Suzuki Swift: plus 329 Prozent © dpa
Fiat Panda: plus 202 Prozent
Fiat Panda: plus 202 Prozent © dpa
Mercedes A Klasse: minus 42 Prozent
Mercedes A Klasse: minus 42 Prozent © dpa
Mitsubishi Colt: plus 268 Prozent
Mitsubishi Colt: plus 268 Prozent © dpa
Madzda 2: plus 183 Prozent
Madzda 2: plus 183 Prozent © dpa
Toyota Aygo: plus 196 Prozent
Toyota Aygo: plus 196 Prozent © dpa
Smart Fortwo: plus 16 Prozent
Smart Fortwo: plus 16 Prozent © dpa
Fiat Punto: plus 73 Prozent
Fiat Punto: plus 73 Prozent © dpa
VW Caddy: plus 68 Prozent
VW Caddy: plus 68 Prozent © dpa
Mercedes E Klasse: minus 33 Prozent
Mercedes E Klasse: minus 33 Prozent © dpa
Opel Zafira: plus fünf Prozent
Opel Zafira: plus fünf Prozent © dpa
Renault Twingo: plus 36 Prozent
Renault Twingo: plus 36 Prozent © dpa
Mercedes B Klasse: minus 34 Prozent
Mercedes B Klasse: minus 34 Prozent © dpa
Opel Insignia: Es wurden 2286 Modelle neu zugelassen. Der Opel Insignia ist erst seit 2009 auf dem Markt
Opel Insignia: Es wurden 2286 Modelle neu zugelassen. Der Opel Insignia ist erst seit 2009 auf dem Markt  © dpa
Hyundai i10: plus 253 Prozent
Hyundai i10: plus 253 Prozent © dpa
Toyota Auris: plus 47 Prozent
Toyota Auris: plus 47 Prozent © dpa
Toyota Auris: plus 47 Prozent
Peugeot 107: plus 167 Prozent © dpa
Citroen C1: plus 91 Prozent
Citroen C1: plus 91 Prozent © dpa
Fiat 500: plus 91 Prozent
Fiat 500: plus 91 Prozent © dpa
Honda Jazz: plus 124 Prozent
Honda Jazz: plus 124 Prozent © dpa
Ford Mondeo: minus 18 Prozent
Ford Mondeo: minus 18 Prozent © dpa
Opel Meriva: minus 40 Prozent
Opel Meriva: minus 40 Prozent © dpa
VW Caravelle: minus 26 Prozent
VW Caravelle: minus 26 Prozent © dpa
BMW Mini: minus 19 Prozent
BMW Mini: minus 19 Prozent © dpa
5er BMW: minus 43 Prozent
5er BMW: minus 43 Prozent © dpa
Ford Ka: plus 692 Prozent
Ford Ka: plus 692 Prozent © dpa
Renault Megane: plus 39 Prozent
Renault Megane: plus 39 Prozent © dpa
Honda Civic: plus 30 Prozent
Honda Civic: plus 30 Prozent © dpa
Chevrolet Matiz: plus 160 Prozent
Chevrolet Matiz: plus 160 Prozent © dpa
Hyundai i20: 1729 Exemplare wurden neu zugelassen. Das Modell gibt es erst seit 2009
Hyundai i20: 1729 Exemplare wurden neu zugelassen. Das Modell gibt es erst seit 2009 © dpa
Mazda 3: plus 31 Prozent
Mazda 3: plus 31 Prozent © dpa

Die EU drohe zudem mit Vertragsstrafen, wenn die Stadt München bis 31. Dezember 2011 nicht meldet, dass sie weitere „geeignete“ Maßnahmen zur Minderung des Feinstaubes durchführt. Der Vorschlag der FDP , zur Reduzierung des Feinstaubs auch Spezial-Kehrmaschinen zu testen, wurde von dem umweltpolitischen Sprecher der SPD -Fraktion, Ingo Mittermaier , als „putzig“ abgetan. In Stuttgart wird das ernsthaft getestet. Und in Salzburg und Innsbruck macht man damit laut ADAC gute Erfahrungen. Dass es keine Untersuchung über die Wirksamkeit der Umweltzone gibt, stimmte auch Mittermaier „nicht ganz zufrieden“. Somit bleibt es bei der Verschärfung, allerdings gibt es künftig für Anwohner und Gewerbetreibende längere Ausnahmegenehmigungen – sie gelten zwei Jahres statt bisher ein Jahr.

Johannes Welte

Mehr als die Hälfte der europäischen Umweltzonen liegt in Deutschland

Von 74 Umweltzonen in der EU liegen alleine 40 in Deutschland. Hier gelten die Fahrverbote für alle Fahrzeugarten ohne Umweltplaketten, vor allem für das Gewerbe gibt es Ausnahmen. In den Niederlanden gibt es 19 Umweltzonen. In Amsterdam wurde die geplante Einführung auf das Jahr 2013 verschoben, nachdem eine Studie ergab, dass nur fünf Prozent des Feinstaubs vom Verkehr stammen.

In England zahlt man in London Citymaut, Norwich hat eine kleine Umweltzone in der City. In Dänemark und Schweden gibt es jeweils fünf Umweltzonen, die nur für den Schwerlastverkehr gelten. In Tschechien wurde nur in Prag eine Umweltzone ausgewiesen, die ebenfalls nur für Lkw gilt. In Österreich ist eine Umweltzone in Graz geplant, dazu herrschen Verbote für Lkw mit hohem Feinstaubausstoß auf der Inntal- und Brennerautobahn, was auch die italienische Brennerautobahn betrifft.

Eine Umweltzone existiert in Italien nur in Palermo , ansonsten gelten oft flexible Innenstadt-Regeln für Tage mit hohen Abgaswerten. Viele Staaten wie Spanien, Portugal, ­Irland, Slowenien, Belgien, Polen oder die Slowakei verzichten auf Umweltzonen, obwohl es auch dort sehr hohe Feinstaubwerte gibt.

Quelle: www.lowemissionzones.eu

Auch interessant

Meistgelesen

Coronavirus: Ist Covid-19 nur eine Krise - oder auch eine Chance für uns?
Coronavirus: Ist Covid-19 nur eine Krise - oder auch eine Chance für uns?
Corona-Krise trifft Münchens Handwerker besonders hart: „Wir brauchen Hilfe“
Corona-Krise trifft Münchens Handwerker besonders hart: „Wir brauchen Hilfe“
Kommunalwahl in München 2020: Alle Ergebnisse der Oberbürgermeister-Wahl
Kommunalwahl in München 2020: Alle Ergebnisse der Oberbürgermeister-Wahl
Reiter gegen Frank: Wahlen im Ausnahmezustand
Reiter gegen Frank: Wahlen im Ausnahmezustand

Kommentare