Polizei muss einschreiten

München: Corona-Drohung, Hitlergruß und eine Keksrolle als Waffe - Sendlinger Streit eskaliert ins Groteske

Das Kommissariat 44 des Polizeipräsidiums München ermittelt wegen zwei Angriffen, die mit rassistischen Beleidigungen einhergingen (Symbolbild).
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Das Kommissariat 44 des Polizeipräsidiums München ermittelt wegen zwei Angriffen, die mit rassistischen Beleidigungen einhergingen (Symbolbild).

Am Montag eskalierte ein Streit in Untersendling. Bei der verrückten Auseinandersetzung wurde auch eine Keksrolle als Waffe eingesetzt.

  • Am Montag, den 27. Juli gerieten in München-Untersendling zwei Männer in Streit.
  • Im Laufe der Auseinandersetzung fielen rassistische Beleidigungen - auch der Hitlergruß wurde gezeigt.
  • Einer der Männer drohte mit dem Coronavirus - die Polizei musste einschreiten.

München - Verrückter Zoff mitten in München: Im Stadtteil Untersendling gerieten am Montag (27. Juli) zwei Männer in Streit. Bei den ihnen handelte es sich nach Polizeiangaben um einen 69-Jährigen aus Bad Tölz, sowie einen 33-jährigen Münchner mit Migrationshintergrund. Der 69-Jährige fuhr mit seinem Fahrrad an dem im Fahrzeug befindlichen 33-Jährigen vorbei und beleidigte diesen mit ausländerfeindlichen Ausrufen. Anschließend zeigte er ihm den Mittelfinger.

Vor dem Auto des jüngeren Mannes hielt er schließlich an und zeigte nach Angaben der Polizei München den verbotenen Hitlergruß in die Richtung des 33-Jährigen.

München: Auseinandersetzung in Untersendling - Mann droht Taxifahrer mit Covid-19

Da der 69-Jährige die Straße blockierte, forderte ihn ein türkischer Taxifahrer mit Wohnsitz in München auf, die Straße zu räumen. Er blieb dabei in seinem Fahrzeug sitzen. Der Mann aus Bad Tölz ging auf das Taxi zu. Er beleidigte den Fahrer ebenfalls mit rassistischen und fremdenfeindlichen Ausrufen. Anschließend spuckte der 69-Jährige dem Taxifahrer ins Gesicht und behauptete lautstark, er sei mit dem Coronavirus infiziert.

Der zuvor schon in die Auseinandersetzung verwickelte 33-jährige Münchner mischte sich ebenfalls ein. Um einen weiteren Übergriff des 69-Jährigen auf den Taxifahrer zu verhindern, zog er ihn von dem Auto weg. Daraufhin griff ihn der 69-Jährige an und schlug nach Angaben der Polizei München mit einer Keksrolle nach ihm. Der 33-Jährige wurde dabei leicht verletzt.

München: Auseinandersetzung in Untersendling - Polizei muss einschreiten

Hinzukommende Polizeibeamte lösten die Auseinandersetzung in Untersendling schließlich auf. Sie trennten die Beteiligten voneinander. Die Beamten erstatteten gegen den 69-Jährigen Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Der Hitlergruß wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland und Österreich verboten. Die Verwendung wird in der Bundesrepublik nach dem Strafgesetzbuch bestraft. Nach Angaben der Polizei München wurde der Tatverdächtige nach den erforderlichen polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Das Kommissariat 44 hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Schon am 17. Juli war es in München zu einer gefährlichen Auseinandersetzung gekommen. Besorgte Passanten schlugen Alarm, ein Jugendlicher wollte den Streit mit einem Messer klären. Laut einer Meldung der Polizei gerieten zwei junge Männer im Alter von 17 und 22 Jahren gegen 22.30 Uhr aneinander. Angeblich stritten die beiden um Geld. Während der Diskussion nahm der Ältere der beiden das Mobiltelefon des 17-Jährigen an sich und schlug ihm damit auf den Kopf. Dieser stach währenddessen mit einem Messer auf den 22-Jährigen ein.

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