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Reisen in Kriegszeiten und Corona-Pandemie? Experten verraten, was Urlauber wissen sollten

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Von: Nina Bautz

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Flugzeuge am Munich Airport
In den Faschingsferien werden viele Familien wieder vom Münchner Flughafen aus abheben © FrankHoermann/SVEN SIMON (dpa)

Eine Woche Faschingsferien! Viele Münchner nutzen die schulfreie Zeit, um zu verreisen. Die Frage ist nur: Was ist trotz Ukraine-Krieg und Corona möglich?

München - In diesem Jahr ist nicht nur die Planung schwierig, viele fragen sich, ob ein unbeschwerter Urlaub überhaupt möglich ist. Denn nicht nur Corona* hält uns noch immer in Atem – seit dieser Woche haben wir auch noch einen Krieg mitten in Europa*. Wir haben nachgefragt, ob und wie Reisen möglich ist.

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Ukraine-Krise: Länder sperren teilweise ihren Luftraum

Ukraine-Krise: Die Ereignisse überschlagen sich, daher sind die Auswirkungen auf den Tourismussektor noch nicht ganz absehbar. Flüge von und in die Ukraine sind gestrichen. Nicht nur die Ukraine hat bereits ihren Luftraum geschlossen, auch Moldawien und ein Teil von Belarus. Auf den Flugplan der Lufthansa habe dies aber keine Auswirkungen, heißt es vom Unternehmen. Die Routen zu den gängigsten, bekannten Urlaubszielen östlich von München* würden ohnehin nicht über die Ukraine führen.

Für die Ukraine sowie Belarus hat das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausgesprochen, von Reisen nach Südrussland wird dringend abgeraten. Für andere osteuropäische Länder gibt es noch keine Reisewarnungen. „Diese wäre unter anderem relevant für eine mögliche kostenlose Stornierung“, sagt Miriam Hördegen, Tourismusexpertin beim ADAC Südbayern. Denn: Angst ist leider kein Grund. Schauen Sie regelmäßig auf die Internetseite des Auswärtigen Amtes, ob sich etwas ändert!

Russland könnte, wegen der Ukraine-Krise, seinen Luftraum sperren

Bislang berührt die Sperrung des ukrainischen Luftraums den interkontinentalen Flugverkehr kaum. Gestern hat allerdings Russland den Luftraum für britische Flugzeuge gesperrt – als Reaktion auf das Landeverbot für die staatliche russische Fluggesellschaft Aeroflot, das Großbritannien nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine ausgesprochen hat. Sollte Russland seinen Luftraum für alle europäischen Überflüge sperren, hätte dies weitreichende Folgen. Damit würden viele der schnellsten Routen zwischen Europa und Asien wegfallen, sagt Michael Trinkwalder vom Tübinger Unternehmen A3M, einem Dienstleister für Krisen- und Frühwarninformationen für Reisen weltweit. Die günstigste Flugroute nach Japan, China und Korea führt über Russland und Sibirien - zu Zielen wie Tokio oder Peking müssten Fluggesellschaften deutliche Umwege in Kauf nehmen.

„Russland hat bereits in der Vergangenheit damit gedroht, seinen Luftraum für westliche Fluggesellschaften zu sperren“, sagt Trinkwalder. „Als Reaktion auf neuerliche massive Sanktionen könnte diese Drohung diesmal in die Tat umgesetzt werden.“
Miriam Hördegen rechnet mit einer Stornierungswelle aufgrund des Krieges. „Bei vielen Reisenden lösen gesamtpolitische Unsicherheiten Ängste aus. Viele fühlen sich einfach sicherer, wenn sie ganz daheim bleiben – auch, weil man ja noch nicht weiß, wie der Westen darauf reagiert.“

Auch Corona-Pandemie beeinträchtigt Planungen

Die Infektionszahlen sind immer noch sehr hoch. Viele Münchner müssen wegen einer Erkrankung oder Quarantäne kurzfristig den Urlaub absagen. Wer nicht betroffen ist, kann mittlerweile leichter reisen. „Viele Einreisebeschränkungen wurden gelockert“, sagt Expertin Hördegen. So könne man zum Beispiel mittlerweile in viele klassische Faschings-Ziele anstatt mit 2G mit 3G einreisen, etwa in die Schweiz, nach Österreich, Italien (Südtirol) oder nach Spanien. „In der Schweiz gibt es beispielsweise nicht einmal mehr eine Maskenpflicht.“ Familien sollten beachten: „Während etwa in Spanien Kinder erst ab 12 Jahren Nachweise brauchen, gilt dies in Italien bereits für über 7-Jährige.“ Was die Einreiseformulare für beispielsweise Österreich oder die Schweiz betrifft: Hier sollten Reisende sich immer tagesaktuell informieren.

Reise-Tipps für Kurzentschlossene

Tipps für Kurzentschlossene: „Fast überall gibt es noch Restkontingente. Durch die Corona-Pandemie* ist das Buchungsverhalten unglaublich kurzfristig geworden“, sagt Miriam Hördegen. Typische Reiseziele für die Faschingsferien seien entweder Skigebiete oder die Balearen und Kanaren, wo es schön warm ist, aber die Flugzeit überschaubar ist. Gute Schneebedingungen gäbe es etwa im Bayerischen Wald. „Dort ist aber im Gegensatz zu Österreich, der Schweiz und Südtirol schon das meiste ausgebucht.“

Ihre Tipps: Unter anderem sei für Kronplatz in Italien, Rangger Köpfl Nahe Innsbruck, in St. Jakob im Defereggental (Osttirol) oder im Tessiner Maggiatal noch etwas zu haben. Übrigens: Achtung, wer zum Skifahren nach Italien fährt: Seit Januar muss hier jeder, der auf die Piste geht, eine Haftpflichtversicherung haben. Ferienwohnungen hätten wegen Corona weniger Kapazitäten als Hotels. Und: „Mehr Chancen auf einen Flug hat, wer zeitlich und örtlich flexibel ist – also etwa am Dienstag als am Wochenende startet und vielleicht von Frankfurt oder Köln fliegt als von München, da es dort keine Faschingsferien gibt.“ Auf ab-in-den-urlaub.de gibt es etwa fünf Tage Mallorca für zwei Erwachsene und zwei Kinder ab 1860 Euro inklusive Flügen ab München, sieben Tage Hotel in Südtirol starten bei 917 Euro. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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