Blackout vor einem Monat

Mega-Stromausfall: War ein Vogel schuld?

München - Blackout in der Landeshauptstadt: München erlebte vor einem Monat den größten Stromausfall seit 20 Jahren.Jetzt haben sich die Stadtwerke zur Ursache geäußert.

Die Ursache für den Blackout sei ein Kurzschluss auf der rund 45 Kilometer langen 110.000-Volt-Freileitung von München nach Moosburg gewesen. Es kam zu einem Spannungsüberschlag von einer Leitung zur Erde oder dem Mast. Das erklärte der Universitätsprofessor und Ingenieur Armin Schnettler am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Der Direktor des Instituts für Hochspannungstechnik der Technischen Hochschule Aachen war von den Stadtwerken München (SWM) beauftragt worden, der Ursache auf den Grund zu gehen.

"Kurzschlüsse sind  nichts Außergewöhnliches und kommen immer mal wieder vor", so Schnettler: "Das kann durch Regen, Eis, Äste oder Vögel geschehen." Dabei entstehe eine Spannungsüberhöhung auf den Leitungen. Um Auswirkungen auf das Versorgungsnetz zu verhindern, wird die schadhafte Leitung automatisch vom Netz getrennt - normalerweise. In diesem Fall aber hat der Schalter für die betroffene Überlandleitung im Hauptspannungswerk Föhring das nicht getan. So kam es, dass sich die Störung auf das daranhängende Teilnetz (überwiegend im Münchner Süden) ausbreiten konnte.

Warum der Schalter nicht ausgelöst hat, darüber rätseln die Experten noch. "Wir sind der Ursache aber auf der Spur", so Schnettler.  Die Stadtwerke indes haben mit einer zusätzlichen Schaltung vorgesorgt, damit ein derartiges Problem an selber Stelle nicht noch einmal auftreten kann.

Insgesamt entstand den Stadtwerken durch den Stromausfall ein Schaden von zirka einer Millionen Euro, wie Stephan Schwarz, SWM-Geschäftsführer Versorgung und Technik, erklärte. Dazu kommen die Kosten für die weiteren Arbeiten am Netz, dass nun von Schnettler und seinem Team systematisch untersucht wird.

cb

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