Ganztägige Aktionen am Donnerstag

An diesen Orten wird gestreikt!

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In München wird am Donnerstag gestreikt.

München - Jetzt wird’s ernst! Am Montag hat die Gewerkschaft Verdi in Berlin mit ihren Warnstreiks begonnen. Am Donnerstag ist München betroffen. Die tz erklärt Ihnen, wer alles streikt und beantwortet die wichtigsten Fragen.

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Jetzt wird’s ernst! Am Montag hat die Gewerkschaft Verdi in Berlin mit ihren Warnstreiks begonnen. Dabei legen in der Hauptstadt 5000 angestellte Lehrer und Erzieher ihre Arbeit niedergelegt. An mehr als 200 der rund 800 Schulen beteiligten sich Pädagogen an einem ganztägigen Warnstreik. Verdi will alle 16 Bundesländer mit einer Streikwelle überziehen, auch in Bayern und im speziellen in München sollen ganztägige Warnstreiks anstehen. Die tz erklärt, wo die Gewerkschaft ihre Schwerpunkte setzt und welche Einrichtungen des öffentlichen Lebens möglicherweise von den Arbeitsniederlegungen betroffen sein werden:

Wo wird in München gestreikt? Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. „Betroffen sind die Ludwig-Maximilians-Universiät, die Technische Universität München, das Klinikum rechts der Isar, das Klinikum der Universität, Autobahn- und Straßenmeistereien, Justiz- und Finanzbehörden sowie die Bayerischen Staatstheater“, erklärt Verdi-Sprecher Heinrich Birner.

Müssen die Patienten der betroffenen Krankenhäuser Angst haben? Nein. „Die Patienten müssen sich keine Sorgen machen. Verdi wird eine Notdienstversorgung sicherstellen“, versichert Verdi-Mann Birner. Am Klinikum rechts der Isar weiß man noch von nichts. Kommt es zum Streik, gibt es eine Notdienst-Vereinbarung mit der Gewerkschaft. „Die haben in der Vergangenheit funktioniert. Wir mussten keine Patienten abweisen, es kann aber zu längeren Wartezeiten kommen“, so eine Klinik-Sprecherin zur tz.

Welche Theatervorstellung wird bestreikt? Das ist noch offen. „Im Moment gibt es keine Beeinträchtigungen in unserem Arbeitsablauf“, erklärt ein Sprecher des Gärtnerplatztheaters der tz. Auch für den Donnerstag seien bisher noch keine kokreten Streikaktionen angekündigt. Auch die Pressestelle der Staatsoper hat noch keine konkreten Informationen über mögliche Streiks.

Wird’s am Donnerstag auf den Straßen rutschig? Das hängt natürlich in erster Linie vom Wetter ab. Der Streik bei den Straßen- und Autobahnmeistereien könnte zu Behinderungen im Straßenverkehr führen. Norbert Flach, Verdi-Bayern-Vize entwarnt: „Wir werden unter keinen Umständen die Sicherheit von Verkehrsteilnehmern gefährden.“ Man wolle flexibel auf mögliche winterliche Straßenverhältnisse reagieren.

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Streiken in München auch die Lehrer? Das ist vorerst nicht geplant. Anders als in anderen Bundesländern sind in Bayern 96 Prozent der verbeamtet – sie dürfen nicht streiken. Die Lehrergewerkschaft GEW stellte in allen Ländern Arbeitsniederlegungen an Schulen in Aussicht. In Berlin ist hingegen ein Viertel der Lehrer angestellt. Sie kämpfen auch für die Gleichstellung mit ihren verbeamteten Kollegen.

Wird nur in München gestreikt? Nein. Schon heute erreicht die Warnstreikwelle Bayern. Verdi ruft in den Bezirken Augsburg und Bayreuth schon am heutigen Dienstag zur vorübergehenden Arbeitsniederlegung in Einrichtungen des Freistaats auf.

Warum streiken die Angestellten im öffentlichen Dienst eigentlich? Die Warnstreiks seien Resultat der „massiven Verärgerung über die Verweigerungshaltung der öffentlichen Arbeitgeber“, kritisiert Flach.

Wie viele Arbeitnehmer sind betroffen? Bei den Tarifverhandlungen geht es um die Gehälter von rund 800 000 Angestellten der 16 Bundesländer. Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten unter anderem 6,5 Prozent mehr Geld. Außerdem wollen sie erreichen, dass die Gehaltsgruppen der rund 200 000 angestellten Lehrer bundesweit per Tarifvertrag einheitlich geregelt werden. Am 7. und 8. März werden die Verhandlungen fortgesetzt.

Mk

Immer mehr Wochenend- und Schichtarbeit

In Deutschland arbeiten immer mehr Menschen am Wochenende, in der Nacht oder im Schichtbetrieb. Grund dafür ist die Ausweitung des Dienstleistungssektors. So waren 2011 ein Viertel oder 25,3 Prozent der Beschäftigten an Wochenenden im Einsatz. 2001 waren es erst 20,6 Prozent. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor. Demnach arbeiteten im Jahr 2011 etwa 8,9 Millionen Beschäftigte „ständig oder regelmäßig am Wochenende“ – im Jahr 2001 waren es noch 6,7 Millionen.

Auch bei der Nachtarbeit gab es Zuwachs: Von 7,8 auf 9,4 Prozent der Beschäftigten. Schichtarbeit leisteten zuletzt 15,6 Prozent der Arbeitnehmer – nach zuvor 13,6 Prozent. Die Entwicklung führt das Arbeitsministerium vor allem auf die Beschäftigungszunahme in der Pflegebranche mit ihren Rund-um-die-Uhr-Einsätzen zurück. Ähnliches gelte auch für den Medizin-und den Sozialsektor. Die Bundesregierung merkt an, dass für Schichtarbeiter das Risiko von psychischen Belastungen steige „und erhöhte gesundheitliche Risiken bestehen“.

Erzbischof Robert Zollitsch und der evangelische EKD-Chef Nikolaus Schneider brechen eine Lanze für den freien Sonntag. Der sei nicht nur für Christen eine heilsame Unterbrechung und Gegenbild zur Ausrichtung des gesamten Lebens an den Erfordernissen der Wirtschaft. „Der Sonntag bietet die Gelegenheit, eine Auszeit aus dieser pausenlosen ‚Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft‘ zu nehmen. Der Sonntag macht deutlich: Arbeiten und Wirtschaften sind nicht alles im Leben“, betonten die Kirchenvertreter.

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