Wieder Skandal um Musikschule

Vergewaltigte Münchner Musikprofessor Schwester seines Studenten? Er selbst stellt Situation ganz anders dar

Der angeklagte Musikprofessor auf dem Weg zu seinem Platz
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Bestreitet alle Vorwürfe: Hans-Jürgen von B. (66) gab sich zum Prozessauftakt am Landgericht München I siegesgewiss.

Einem Münchner Musikprofessor wird vorgeworfen, eine junge Frau mehrmals vergewaltigt zu haben. Der Angeklagte schildert die Beziehung der beiden jedoch ganz anders.

  • Einem Münchner Musikprofessor wird vorgeworfen, die Schwester eines seiner Studenten mehrmals vergewaltigt zu haben.
  • Der Mann selbst räumt vor Gericht den Geschlechtsverkehr ein, dieser soll aber einvernehmlich gewesen sein.
  • Doch es stehen weitere Vorwürfe im Raum.

München - Hat der frühere Musikprofessor Hans-Jürgen von B. die Schwester eines seiner Studenten vergewaltigt? Am Freitag startete der Prozess am Landgericht München I um die Sex-Vorwürfe gegen den früheren Professor der renommierten Münchner Musikhochschule. Der heute 66-Jährige hat alle Vorwürfe der Anklage bestritten. Jeder Geschlechtsverkehr zwischen ihm und dem mutmaßlichen Opfer sei einvernehmlich gewesen, ließ er über seinen Verteidiger mitteilen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Hans-Jürgen von B. vor, die Schwester eines seiner Studenten an der Musikhochschule, mit der er eine Beziehung führte, dreimal vergewaltigt zu haben. Die mutmaßlichen Fälle gehen zurück in die Jahre 2006 und 2007.

München: Vergewaltigungsvorwürfe gegen Musikprofessor - Im Prozess geht es auch um Drogenbesitz

Der Komponist machte die rund 30 Jahre jüngere Frau laut Staatsanwaltschaft unter anderem mit der Drohung sexuell gefügig, er könne ihren Bruder beruflich ruinieren. Auch sei er gewalttätig geworden und habe sie unter Entzug von Essen und Trinken über Tage in seiner Wohnung eingesperrt. Die Anklage lautet auf Vergewaltigung in drei Fällen und Drogenbesitz.

Von B. bekräftigte über seine Anwälte die Aussagen, die er 2015 nach einer Durchsuchung seiner Wohnung gegenüber der Polizei* gemacht hatte. Demnach habe er mit der Frau eine Liebesbeziehung geführt. Sie sei nicht seine „Sklavin“ gewesen. Einige Zeit nach den vorgeworfenen Übergriffen seien beide zusammen nach Berlin gezogen, sie habe sich sogar ein Kind von ihm gewünscht.

Schwere Vorwürfe gegen Musikprofessor in München: Verteidiger geht von Freispruch aus

Zudem hatte er ausgesagt, man wolle ihn mit den Vorwürfen wohl „in die Pfanne hauen“. Das Verhältnis zu der Frau sei lediglich beizeiten „angespannt“ gewesen. Rauschmittel habe er zwar genommen, doch nur, um damit gesundheitliche Beschwerden zu behandeln. Laut B.s Verteidiger erwarte man einen Freispruch.

Es ist nicht der erste Sex-Skandal an der Musikhochschule München*. Der BGH hatte im Oktober 2019 das Urteil des Landgerichts München I bestätigt, das den früheren Hochschulpräsidenten Siegfried M. 2018 wegen sexueller Nötigung in drei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt hatte. *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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