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Unfassbare Details in München: Vater soll Tochter 288-mal vergewaltigt haben - Fall erinnert an Josef Fritzl

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Von: Andreas Thieme

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Prozess wegen Vorwurfs hundertfacher Vergewaltigung
Antonino D. (75, vorne) wird in München der Prozess gemacht © Britta Schultejans

Er soll seine eigene Tochter schon als Kind missbraucht, sie als Erwachsene immer wieder vergewaltigt und sogar ein Kind mit ihr gezeugt haben: Am Strafjustizzentrum in München hat ein Prozess begonnen, der an den Fall des Österreichers Josef Fritzl erinnert.

München - Es sind grausige Einblicke in ein Familienleben! Ein 75 Jahre alter Mann muss sich vor dem Landgericht wegen 288-facher Vergewaltigung seiner eigenen Tochter verantworten. Laut Staatsanwaltschaft soll der Sizilianer schon begonnen haben, sich an seiner Tochter zu vergehen, als die erst sieben Jahre alt war. Ende der 1990er Jahre soll die Frau, die heute Mitte 50 ist, sogar ein Kind von ihrem Vater bekommen haben.

Unfassbare Details in München: Vater soll Tochter 288-mal vergewaltigt haben - Fall erinnert an Josef Fritzl

Der 75-Jährige bestreitet die Vorwürfe: „Stimmt nicht, alles Lügen“, erklärt er zum Prozessauftakt in München. Die Tochter, die er als Stieftochter bezeichnet, habe freiwillig mit ihm geschlafen. Über Jahrzehnte sei sie bis zur Festnahme des Vaters im November 2020 „regelmäßigen sexuellen und körperlichen Übergriffen ihres Vaters ausgesetzt“ gewesen, heißt es dagegen in der Anklage.

Der Österreicher Josef Fritzl sorgte weltweit für Entsetzen, weil er seine Tochter jahrelang in ein Sex-Verließ gesperrt hatte
Der Österreicher Josef Fritzl sorgte weltweit für Entsetzen, weil er seine Tochter jahrelang in ein Sex-Verließ gesperrt hatte © epa apa Fohringer Pool

München: Fall erinnert an Josef Fritzl - Vater soll Tochter über Jahrzehnte vergewaltigt haben

Der Fall erinnert an Josef Fritzl: Der Österreicher hatte seine Tochter über Jahrzehnte vergewaltigt, in einer unterirdischen Wohnung eingesperrt und mehrere Kinder mit ihr gezeugt. Der Italiener hatte kein Verließ, soll die Tochter aber geschlagen und vergewaltigt haben. Laut Anklage kontrollierte er auch „jeden ihrer Lebensbereiche nahezu lückenlos“ und isolierte die Tochter „systematisch“ von jedem Umfeld, so dass sie keine andere Beziehungen aufbauen konnte als die zu ihrem Vater.
Laut Staatsanwaltschaft entstand ein „über Jahrzehnte hinweg aufrechterhaltenen Klima der Gewalt und Ausweglosigkeit“.

Am Ende war es die Familie der Frau, die das mutmaßliche Martyrium beendete und die Polizei einschaltete, um gegen den Vater vorzugehen, der nun angeklagt ist. Ihm droht lange Haft! Das Landgericht München I hat vier Verhandlungstage für den Prozess angesetzt. Das Urteil könnte demnach am 26. Januar fallen.

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