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Verkäuferin (21) tappte in die Liebesfalle: Betrüger zockten ihr 17.500 Euro ab - „Kann ich nicht verzeihen“

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Von: Andreas Thieme

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Dominik T. (25) legte am Amtsgericht ein Geständnis ab
Dominik T. (25) legte am Amtsgericht ein Geständnis ab © SIGI JANTZ

Liebe macht blind - das nutzen Betrüger aus. Wie im Fall von Julia P. (25, Name geändert). Sie wurden von zwei Männern schamlos abgezockt und verlor 17500 Euro. Nun sagte sie gegen die Täter aus.

München - „Ich war in Patrick verknallt“, sagt Julia P. (25, Name geändert), So erklärt sich die Verkäuferin im Nachhinein, wie sie auf eine Bande Liebesbetrüger hineinfallen konnte. Die Männer zockten der Münchnerin insgesamt 17 500 Euro ab. Gestern mussten sie sich vor dem Amtsgericht verantworten.

Doch der Hauptangeklagte Patrick U. ließ den Termin platzen – er wird jetzt per Haftbefehl gesucht. Im Gegenzug dazu legte sein früherer Komplize Dominik T. (25) gestern ein Geständnis ab. Er muss nun 8000 Euro an Julia P. zurückzahlen und erhielt eine Strafe über rund zwei Jahre auf Bewährung.

„Ich hatte die beiden auf einer Party kennengelernt“, sagte Julia P. vor Gericht. Zu Patrick U. hegte sie nach einer schmerzhaften Trennung zuvor schnell große Gefühle. Doch laut Anklage nutzte der junge Mann das gezielt aus und fragte die Verkäuferin immer wieder nach Geld: „Ich hab ihm erst 100 Euro, danach nochmal 800 Euro geliehen. Er sagte erst, er habe Probleme mit seinem Bankkonto und beim zweiten Mal, dass er einen Arrest abwenden müsse per Kaution.“

München: Betrüger prellen junge Frau um 17.500 Euro - „Nehme keine Entschuldigung an“

Doch nach einigen Treffen riss der Kontakt zu Patrick ab, danach meldete sich Dominik – und forderte von Julia Geld aus dem Tresor ihres Arbeitgebers. Angeblich müsse ihr geliebter Patrick ins Gefängnis, wenn sie ihm nicht helfe. Unter diesem Druck zahlte die junge Frau. Doch ihr Arbeitgeber bemerkte schnell, dass Geld fehlt. Konsequenz: Sie wurde fristlos gekündigt und muss 15 000 Euro zurückzahlen.

Zumindest teilweise erhält Julia P. nun von Dominik T. das Geld zurück. Doch laut Staatsanwaltschaft wurde die junge Frau „schamlos ausgenutzt“ und systematisch ausgenommen. Sie legte gestern aber einen beeindruckenden Auftritt vor Gericht hin: Mit Kleinkind (4 Monate) und Kinderwagen kam Julia P. in den Gerichtssaal A 219, wo sie rund eine halbe Stunde lang aussagte. Nach dem Betrugsschlamassel und Kündigung erkämpfte sie sich einen neuen Job und ist aktuell in Elternzeit - trotzdem stottert sie monatlich die Schulden ab, die ihr die Betrüger eingebrockt haben. „Eine Entschuldigung nehme ich vorerst trotzdem nicht an“, sagt Julia P. „Erst dann, wenn die beiden Täter mir das Geld zurückgezahlt haben.“

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