1. tz
  2. München
  3. Stadt

Pilot-Projekt an der Landshuter Allee: XXL-Staubsauger sollen Münchens Luft sauberer machen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sascha Karowski

Kommentare

Ein Lkw fährt an einem Luftfiltersystem vorbei.
Staubsauger für die Abgase: Diese Luftfilter sollen auch in München bald zum Straßenbild gehören. © imago images / Arnulf Hettrich

Nach Informationen unserer Zeitung wird die Stadt ab Anfang November 2021 die ersten Luftfiltersysteme an der Landshuter Allee aufstellen. Weitere sollen Folgen.

München – Dicke Luft an der Landshuter Allee gibt es schon seit Jahren. Die Strecke gilt bundesweit als die mit den meisten Schadstoffen. Das städtische Referat für Umwelt und Klimaschutz hat 2020 mit 54 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter der höchste Jahresmittelwert der Republik gemessen. Der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft im Jahresmittel.

Damit zählt München* in Deutschland zu den sechs Städten, die die Grenzwerte für Stickstoffdioxid nicht einhalten – neben Stuttgart, Ludwigsburg, Limburg, Darmstadt und Hamburg. Nun wollen München und der Freistaat das ändern.

München: Luftfiltersysteme an der Landshuter Allee sollen Schadstoffwerte senken

Bereits ab Anfang November will Münchens Referentin für Klima- und Umweltschutz, Christine Kugler (parteifrei), die ersten sieben Luftfiltersysteme an der Landshuter Allee aufstellen lassen, zwei weitere sollen Folgen. Die Systeme sollen die Luft von Schadstoffen reinigen. Damit startet ein Pilotprojekt für Luftfilter im Freistaat, über das unsere Zeitung zuerst berichtet hatte.

Das Forschungsvorhaben zur Untersuchung von Luftfiltersystemen an der Landshuter Allee wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert. Der Feldversuch soll zeigen, ob sich durch die Luftfiltersäulen die Immissionssituation nennenswert verbessert. Das Projekt wird erstmalig wissenschaftlich begleitet und ausgewertet, dies erfolgt durch vier bayerische Universitäten.

(Unser München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Isar-Metropole. Melden Sie sich hier an.)

Luftfiltersysteme in Stuttgart binden 80 Prozent der Schadstoffe

Die wissenschaftliche Begleitung ist notwendig, da in Kiel beispielsweise die Wirksamkeit von Luftfilteranlagen im Straßenraum durch ein Gericht nicht anerkannt wurde. In Stuttgart kommen die Luftfiltersäulen ebenfalls zum Einsatz. Diese Filter saugten offenbar erfolgreich die verunreinigte Luft an und binden über 80 Prozent des darin enthaltenen Stickstoffdioxids und Feinstaubs.

Der Versuch in München soll bis voraussichtlich Oktober 2023 laufen. Für die Filtersäulen fallen sieben Parkplätze im westlichen Straßenrandbereich der Landshuter Allee zwischen Blutenburgstraße und Wilderich-Lang-Straße weg. Sollte der Versuch erfolgreich sein, könnte er auf andere Standorte ausgedehnt werden. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare