Viel Aufsehen am Stachus

München, Stadt der Superreichen: Bündnis will Vermögende zur Kasse bitten

Holen sich das Geld von Dagobert Duck: Simone Burger (Mitte) vom DGB und Vaniessa Rashid (rechts) von den Grünen
+
Holen sich das Geld von Dagobert Duck: Simone Burger (Mitte) vom DGB und Vaniessa Rashid (rechts) von den Grünen.

Corona hat die Staatskasse arg belastet, für die Folgen scheinen die Bürger aufzukommen. Ein Bündnis fordert mit einer Protestaktion in München stattdessen einen anderen Weg.

München - Dagobert Duck, der Inbegriff des Reichtums, sitzt grimmig über seinem Pool voller Geldsäcke. Aber bloß so lang, bis Robin Hood, der Inbegriff der Gerechtigkeit, kommt und sie ihm stibitzt… Dieses bunte Schauspiel gab’s gestern Mittag in der Fußgängerzone zu beobachten. Ein Sinnbild, aufs Stachus-Pflaster gebracht von einem Bündnis aus mehreren Parteien und Verbänden. Ihre Idee: Superreiche zur Kasse bitten, um die Kosten der Corona-Krise aufzubringen und eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen. Unter anderem sind Vertreter der SPD, der Linken, der Grünen, des Deutschen Gewerkschaftsbunds, der Gewerkschaft ver.di, des Mietervereins und der Arbeiterwohlfahrt (AWO) dahinter.

München: Wirtschaft, Pflege, Rente - Bündnis fordert gerechtere Sozialpolitik

Bei der Aktion am Mittwoch klaute je ein Vertreter als Robin Hood verkleidet dem reichen Dagobert einen Geldsack. Jeder hatte ein Schild dabei, das sein/ihr Anliegen verdeutlichte. Zum Beispiel: „Für bessere Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals“, „Für sozial-ökologischen Umbau der Wirtschaft“, „Rente muss reichen“.

Ein Robin Hood ist Julia Sterzer, Geschäftsführerin der AWO in München: „Wir haben gemerkt, dass auch die Münchner Stadtkasse Einbußen hinnehmen musste. Es kann nicht sein, dass Leute, die Unterstützung brauchen, diese nicht mehr bekommen können.“
Auch die Organisation Attac ist einer der Bündnispartner - und hat eine Reihe von Forderungen, um Superreiche in die Pflicht zu nehmen. Dazu gehört unter anderem die Wiedereinführung der Vermögenssteuer sowie eine Reform der Erbschaftssteuer.
Klar: Die Robin-Hood-Aktion am Stachus sorgte für Aufsehen unter den Münchner Passanten. Der eigentliche Adressat ist aber die Bundespolitik in Berlin*.

München als Hauptstadt des wohlhabendsten Bundeslandes der Republik

Bayern ist ein wohlhabendes Land - vielfach sogar mehr als das… Zahlen des Statistikamts zeigen: Im Jahr 2017 lebten 5702 Einkommensmillionäre in Bayern. Das sind Steuerzahler, deren Einkommen in einem Jahr mindestens eine Million Euro betrug. Über 2500 dieser Einkommensmillionäre haben ihren Wohnsitz in Oberbayern, davon leben 1815 in der Stadt oder Landkreis München (die reichsten Familien in und um München). Die höchste Millionärsdichte in unserer Gegend herrscht in Grünwald.

München muss sparen, das Rathaus muss sparen. Grüne und SPD haben Einblick in den Haushalt 2022 gegeben. Die Bürger sollen von Einsparungen weitgehend verschont bleiben. Doch wie weit ist das möglich? *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare