Mehr Angriffe

Verwaltung will Sicherheitsdienst ausbauen, um Mitarbeiter der Ämter zu schützen

In Sozialbürgerhäusern ist mehr Wachpersonal geplant (Symbolbild).
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In Sozialbürgerhäusern ist mehr Wachpersonal geplant (Symbolbild).

Weil die Gefahr für Mitarbeiter von Ämtern, Sozialbürgerhäusern und Jobcentern steigt, reagiert die Verwaltung. Es sollen verschiedene Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden.

München - Beleidigungen, Drohungen, ja sogar körperliche Übergriffe – in den Sozialbürgerhäusern, im Jobcenter und dem Amt für Wohnen und Migration herrscht nicht selten eine aggressive Stimmung. Auch die Zahl psychisch auffälliger Personen nehme zu, heißt es aus dem Sozialreferat. Kein Wunder. Für viele Menschen, die dort vorsprechen, geht es um existenzielle Themen. Und die Behörden können nicht allen Anliegen gerecht werden. Die Warteliste für Sozialwohnungen zum Beispiel ist lang.

München: Verwaltung schnürt Maßnahmenpaket, das mehr als neun Millionen Euro kostet

Die Verwaltung hat nun ein Maßnahmenpaket geschnürt, um die Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen. Allein der Einbau neuer Fluchttüren verschlingt 7,57 Millionen Euro. Auch mehr Wachpersonal soll angestellt werden, zudem sind Taschenkontrollen geplant. Der Stadtrat soll das Paket am 17. Oktober beschließen.

Und das wird teuer. Der Austausch veralteter Notrufknöpfe schlägt mit 1,9 Millionen Euro zu Buche, 400.000 Euro mehr als zunächst veranschlagt. Der Systemwechsel soll schrittweise bis 2022 erfolgen. Mehr als doppelt so teuer – 7,57 statt 3,5 Millionen Euro – wird nach einer Kostenschätzung des Baureferats der Einbau neuer Fluchttüren in zehn Sozialbürgerhaus-Standorten sowie dem Amt für Wohnen und Migration an der Franziskanerstraße.

München: Stadt will sieben zusätzliche Sicherheitskräfte einstellen

Konkret geht es um Verbindungstüren zu Nachbarbüros, um im Ernstfall flüchten oder Hilfe holen zu können. Zusätzliche Sicherheitskräfte – insgesamt sieben – will die Stadt an fünf Standorten anstellen: in den Sozialbürgerhäusern an der Landsberger Straße, Am Schützeneck und an der Thomas-Dehler-Straße, im Stadtjugendamt Elisenhof sowie im Amt für Soziale Sicherung an der St. Martin-Straße. Am Altbau an der Landsberger Straße soll künftig an allen fünf Eingängen Sicherheitspersonal postiert werden. Bisher war dies nur an drei Eingängen der Fall.

Christian MMüller ist der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Münchner Stadtrat.

Immer wieder würden sich Unbefugte Zutritt zu diesem Gebäude verschaffen, heißt es vom Sozialreferat. Am Schützeneck hätten bereits Personen auf dem Vorplatz vor dem Aufzug übernachtet. Die Kosten für die zusätzlichen sieben Sicherheitskräfte betragen 455.000 Euro pro Jahr. Dass das Sicherheitskonzept am kommenden Donnerstag im Stadtrat beschlossen wird, gilt als wahrscheinlich. SPD-Fraktionschef Christian Müller sagte der tz: „Wir können die Mitarbeiter nicht im Stich lassen.“ Viele Beschäftigte, vor allem im Wohnungsamt, müssten in großen Drucksituationen arbeiten. Diese Leute bräuchten Gewissheit, „dass sie fliehen können, wenn jemand übergriffig wird“, so Müller. Die Sicherheit sei „das Top-Thema“ bei den Mitarbeitern im Sozialreferat.

München: 12 Häuser in 25 Bezirken

In München gibt es zwölf Sozialbürgerhäuser für die 25 Stadtbezirke. Sie sind der wohnortnahe Ansprechpartner für Angebote und Leistungen des Sozialreferats und des Jobcenters der Stadtverwaltung. Das Amt für Wohnen und Migration in der Franziskanerstraße ist unter anderem zuständig für die Vergabe von Sozialwohnungen und für Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz. Mehr als die Hälfte der insgesamt 4500 Arbeitsplätze in den verschiedenen Dienststellen des Sozialreferats fällt unter die höchste der vier von der Stadt definierten Gefährdungsstufen.

Im vergangenen Jahr hatte die CSU Taschenkontrollen für Münchner Ämter gefordert. Schon davor hatte die Stadt Pläne öffentlich gemacht, um die Sicherheit im Rathaus zu gewährleisten.

Klaus Vick

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