Rätsel um Fall aus dem Jahr 1990

Mord an Autohändlern bei Aktenzeichen XY

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Einer der ermordeten Autohändler wird am Mittag des 4. Dezember 1990 in Milbertshofen im Sarg herausgetragen.

München - Durch gezielte Kopfschüsse sind im Jahr 1990 ein Autohändler und sein Angestellter getötet worden. Die Tat ist bis heute nicht aufgeklärt. Jetzt ist der Mord ein Fall für Aktenzeichen XY ungelöst.

Der 4. Dezember 1990 war ein ähnlich verschneiter Tag wie der gestrige Montag. An jenem Tag vor 22 Jahren hatten die zwei Autohändler Viktor Vidovic (43) und Gerhard Marx (47) Schutz vor dem ungemütlichem Wetter gesucht. Sie saßen in ihrer Bürohütte an der Moosacher Straße. Viktor Vidovic rauchte, sein Geschäftspartner aß ein Butterbrot. Gegen 10.50 Uhr trat ein vermeintlicher Kunde ein. Der Unbekannte zog eine seltene Militärpistole. Er schoss viermal. Je zwei Projektile trafen die beiden Männer in den Kopf. Sie waren sofort tot.

Der Doppelmord an den Milbertshofener Autohändlern ist bis heute nicht geklärt. Am Mittwoch ab 20.15 Uhr wird in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY … ungelöst der Fall noch einmal aufgerollt. „Wir hoffen, dass sich Zeugen melden, die damals nicht mit der Polizei reden wollten“, sagt Erster Kriminalhauptkommissar Andreas Gollwitzer.

Der Doppelmord von 1990 war eine regelrechte Hinrichtung. Die Mordkommission tippte zunächst auf Raubmord. Der oder die Täter hatten Viktor Vidovic 100 000 Mark Bargeld aus der Tasche gezogen, das dieser stets bei sich hatte. Außerdem fehlte eine wertvolle Rolex Uhr von seinem Handgelenk.

Aufgrund des Vorlebens kam aber auch eine Abrechnung im Autoschieber-Milieu in Frage. Hartnäckig hielt sich das Gerücht, die Opfer wären in Machenschaften der organisierten Kriminalität verstrickt. „Diese Gerüchte haben sich allerdings nicht bestätigt“, sagt Ermittler Gollwitzer. Allerdings: Viktor Vidovic wirkte kurz vor seinem Tod ängstlich und nervös. Gleichzeitig sprach er gegenüber Freunden vom „Geschäft seines Lebens“, das er bald tätigen wollte.

Unzählige Sachbearbeiter haben in den vergangenen Jahren hunderte Hinweise und Spuren abgearbeitet. Ihre Ermittlungen waren ebenso erfolglos wie eine DNA-Spur, die an einem Projektil gesichert worden war. Für Hinweise auf den Mörder sind 7000 Euro Belohnung ausgelobt.

JAM

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