Polizei musste sie wieder freilassen

Vorsicht vor diesen Biergarten-Betrügerinnen

Dieses Foto zeigt die Biergarten-Betrügerinnen

München - Vorsicht vor diesen Biergarten-Betrügerinnen! Sie sammeln für einen angeblich guten Zweck Spenden auf Kosten großzügiger Münchner. Die Polizei muss sie wieder freilassen.

Vielleicht gehören Sie zu den Menschen, die von Herzen gern spenden? Dann geben Sie diesen drei Grazien bitte keinen einzigen Cent! Im volbesetzten Biergarten in der Hirschau im Englischen Garten wurden die Gäste am Dienstagabend von drei jungen Damen um eine Spende für eine nicht näher bezeichnete „Suppenküche der Bahnhofsmission“ gebeten.

Ausweise einer offiziellen Institution konnten Mariana C. (27), Pamela C. (29) und Emanuela C. (18) nicht vorweisen. Stattdessen zeigten sie eine verblichene Ausgabe der Obdachlosen-Zeitschrift Straßenträumer – ein dubioses Druckwerk, dass zum Preis von 1,50 Euro seit Jahren mit dem immer gleichen Titelfoto in Deutschland kursiert und in Rheinland-Pfalz verboten wurde. Die mobile Suppenküche existiert nicht. Und auch die drei Engel der Obdachlosen sind allesamt polizeibekannt bzw. vorbestrafte Betrügerinnen.

Das Titelblatt der Betrüger-Zeitung

Sie gehören zu einer Großfamilie in Berg am Laim. Geschickt und überaus selbstbewusst nutzen sie die gelöste Stimmung der Biergartenbesucher aus, die sich an solch einem schönen Sommerabend nicht lumpen lassen wollten. Und so füllte sich rasch die Spenderliste, die Mariana, Pamela und Emanuela zuckersüß lächelnd abhakten. Hirschau-Wirtin Christa Hagn schaute da nicht lange zu. Mit Unterstützung ihres zufällig anwesenden Hausanwalts staubte sie die drei Damen schnellstens aus dem Biergarten. Draußen wartete schon die Polizei, die die Frauen festnahm, jede Menge Kleingeld in ihrem Auto beschlagnahmte und alle drei wegen Betrugs anzeigte. Weil sie feste Wohnsitze haben, sind die drei Frauen aber wieder auf freiem Fuß.

Hirschau-Wirt Wiggerl Hagn sagt: „Wer bei uns sammeln möchte, muss sich erst mal ordentlich vorstellen. Der Kriegsgräberfürsorge am Totensonntag werde ich nicht die Tür weisen. Wohl aber dem falschen Pfarrer, der bei uns auf der Wiesn im Löwenbräuzelt sammeln wollte. Der hat jetzt Hausverbot. Und wer sich gar nicht anmeldet, fliegt eh sofort raus.“

Ähnlich halten es auch andere Biergarten-Wirte. Im Seehaus im Englischen Garten sind die Angestellten angewiesen, Bettler, Sänger und Spendensammler konsequent wegzuschicken. Auch im Hirschgarten wird nicht lange gefackelt. Sprecherin Irmgard Grondinger: „Bettler schmeißen wir sofort raus!

Dorita Plange, Nina Bautz

Mieses Spiel mit guten Namen

Die guten Namen karitativer Organisationen werden häufig von betrügerischen Spendensammlern missbraucht. Die Münchner Tafel wurde schon so oft heimgesucht, dass die Organisation mittlerweile Mitarbeiter anwies, abgetragene Dienstkleidung nicht mehr in die Altkleidersammlung zu geben bzw. vor der Entsorgung in Streifen zu schneiden. Gesundes Misstrauen ist also angebracht. Verlangen Sie die Vorlage eines offiziellen Ausweises. Oder besser noch: Bitten Sie den Spendensammler um die offizielle Kontonummer, die sie dann vor der Überweisung auf Echtheit kontrollieren können. Im Zweifelsfall: Sofort (!) Polizei-Notruf 110 rufen.

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: Feuerwehreinsatz auf der Linie der S1
S-Bahn: Feuerwehreinsatz auf der Linie der S1
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 

Kommentare