Für viele beginnt erst heute der Arbeitsalltag und damit das Jahr 2009

München wacht auf

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An der LMU beginnen heute wieder die Vorlesungen und Seminare.

München - Für viele Münchner ist die Schonfrist heute vorbei. Für die meisten Arbeitnehmer fängt nach dem Winterurlaub der graue Alltag wieder an.

Zwar war in den letzten beiden Wochen in München viel los – statt zu arbeiten genossen die meisten Menschen aber ihre Freizeit. Ein Einkaufsbummel in der City, die Kandinsky-Ausstellung im Lenbachhaus: Geboten war schließlich eine ganze Menge! Doch jetzt ist Schluss mit dem Lotterleben: Ab Mittwoch hat der Alltag München wieder ganz fest im Griff. Ob in der Schule, im Büro oder auf den Straßen – München fängt wieder an zu leben. Die tz hat sich in Münchner Firmen und Behörden umgehört:

Münchens Besucher-Magneten: Die Top Ten der Sehenswürdigkeiten

PLATZ 10: RESIDENZ (250.000 Besucher pro Jahr). Früher war die Residenz am Odeonsplatz Heimstatt von Herzögen, Kurfürsten und Königen. © Schlaf
Heute darf sich jeder hier sonnen und am größten Innenstadtschloss Deutschlands erfreuen. © Schlaf
Eine Viertel Million Besucher nutzen das im Jahr und bringen der Residenz so Platz zehn ein. © Schlaf
Der weitläufige Palast umfasst zehn Höfe. © Schlaf
Das angeschlossene Museum besteht aus 130 Schauräumen und ist heute eines der bedeutendsten Raumkunstmuseen Europas. © Schlaf
PLATZ 9: NYMPHENBURG (560.000 Besucher). Das Schloss Nymphenburg wurde 1664 von Kurfürst Ferdinand Maria als Geschenk an seine Frau Adelheid von Savoyen in Auftrag gegeben – als Dank für die Geburt des Thronerben. © Schlaf
Es war lange Zeit die Sommerresidenz der Wittelsbacher – heute darf jeder die Räume und den Park besuchen. © Westermann
560 000 Menschen nutzen pro Jahr diese Möglichkeit ... © Schlaf
und bringen das Schloss so auf Platz neun der Bestenliste. © Schlaf
Bis heute haben die Wittelsbacher Wohnrecht in den drei Mittelgebäuden. © Schlaf
Platz 8: PINAKOTHEKEN (875.000 Besucher). Kunst für alle bieten die drei Pinakotheken. 875 000 Besucher pro Jahr danken es ihnen und bringen die Museen damit auf Platz acht. © Schlaf
Ob alte Meister oder wilde Avantgardisten – in einem der drei Häuser finden Kunstfreunde, was ihr Herz begehrt. © Schlaf
Die Pinakothek der Moderne (Foto) hat außer Montag von 10 bis 18 Uhr geöffnet (Donnerstag bis 20 Uhr). Der Eintritt kostet 9,50 Euro. © Schlaf
Die Alte Pinakothek hat gleiche Öffnungszeiten, der Eintritt kostet 5,50 Euro. © Schlaf
Die Neue Pinakothek hat außer Dienstag von 10 bis 20 Uhr geöffnet (Mittwoch bis 20 Uhr). Der Eintritt kostet 5,50 Euro. © Schlaf
PLATZ 7: DEUTSCHES MUSEUM (1,22 Mio. Besucher). Lernen und dabei Spaß haben ist das Motto des Deutschen Museums. © Schlaf
Es ist mit 1,22 Millionen Besuchern im Jahr die Nummer sechs unter Münchens Attraktionen. © Schlaf
Tagesausflügler werden allerdings Probleme mit der Zeit bekommen, denn an einem Tag hat man so gut wie keine Chance, alle Attraktionen zu sehen. © Schlaf
Ob Raumfahrt, Bergbau, Schifffahrt, Chemie oder Physik ... © Kurzendörfer
... es gibt fast nichts, das einem das Museum nicht erklären oder zeigen kann. © Bodmer
PLATZ 6: HELLABRUNN (1,3 Mio. Besucher). Rund 14 800 Tiere leben im Tierpark Hellabrunn. © Haag
Insgesamt verzeichnet der 1911 eröffnete Zoo pro Jahr gut 1,3 Millionen Gäste. © Kurzendörfer
Das bringt ihm Platz sechs ein. © Haag
Der Tierpark ist von 9 bis 18 Uhr geöffnet. © Schlaf
Die Tierhäuser schließen eine halbe Stunde vor Ende der Besuchszeit. © Kruse
PLATZ 5: HOFBRÄUHAUS (1,5 Mio. Besucher). Diese Wirtschaft hat München weltweit berühmt gemacht. „In München steht ein Hofbräuhaus“ wird etwa in den USA, in Japan oder Italien mit der gleichen Inbrunst gesungen wie bei uns. © Schlaf
Im Hofbräuhaus selbst schunkelt dann jeder einmütig zur Melodie. © Schlaf
Und so gut wie kein München-Tourist reist ab, ohne nicht wenigstens einen Blick in die ehrwürdigen Trinkhallen geworfen und sich von der Gastfreundlichkeit der vielen Stammtische überzeugt zu haben. © Schlaf
So landet das Gasthaus am Platzl mit knapp 1,5 Millionen Besuchern im Jahr auf dem vierten Platz der Hitliste. © Westermann
Im Hofbräuhaus gibt es keinen Ruhetag. Täglich um 9 Uhr öffnen sich die Pforten für die Gäste. © Kurzendörfer
PLATZ 4: BMW WELT (2,2 Mio. Besucher). Der architektonisch und technisch ganz weit vorn liegende Blickfang am Olympiagelände liegt auf Platz vier. © dpa
Ob sich der Gast dabei mehr für die kulinarischen Vorzüge, eine Führung durch das BMW-Werk oder für eine der kulturellen Veranstaltungen interessiert, bleibt ihm überlassen. © dpa
Besonders Glückliche können sich hier auch ihren funkelnagelneuen BMW abholen. © obs/BMW AG
Die Auto-Welt hat täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. © dpa
Eine Werksführung kostet sechs Euro. © dpa
PLATZ 3: ENGLISCHER GARTEN (5,2 Mio. Besucher). Er ist die grüne Lunge der Stadt und mit einer Fläche von 4,17 km² eine der größten städtischen Grünanlagen der Welt: Der Englische Garten. Ideal, um zu relaxen, grillen, radeln, joggen und flirten. Jährlich zieht es 3,5 Millionen Besucher in den Englischen Garten. © dpa
Damit schafft der größte Park der Stadt Platz drei in der Bestenliste. Die Attraktionen sind – neben der wunderschön gestalteten Landschaft – der Biergarten am Chinesischen Turm ... © Jantz
... der Eisbach und der Monopteros, ... © dpa
... und für so manchen Besucher auch die Nackerten, die schon beim ersten Sonnenstrahl textilfrei braun werden wollen. © Kruse
Wer auf Action steht, sollte sich die Eisbachsurfer beim Haus der Kunst nicht entgehen lassen. Der Eintritt ist frei. © Schlaf
PLATZ 2: OLYMPIAPARK (5,2 Mio. Besucher). Atemberaubende Architektur, eine wunderbare Parklandschaft und legendäre Sportstätten – das zieht jährlich 5,2 Millionen Besucher in den Olympiapark. © Schlaf
Er wurde anlässlich der Olympischen Spiele 1972 auf dem ehemaligen Flughafen Oberwiesenfeld erbaut. © dpa
Dominiert wird das Gelände vom 291 Meter hohen Olympiaturm. © Westermann
Er hat täglich von 9 bis 24 Uhr geöffnet (letzte Auffahrt 23.30 Uhr). Der Eintritt kostet 4,50 Euro (Kinder 2,80 Euro). © dpa
Das Olympiastadion hat von 9 bis 16.30 Uhr geöffnet (Zugang Kasse Nord). Eintritt: zwei Euro. © dpa
PLATZ 1: MARIENPLATZ (5,8 Mio. Besucher). Das Zentrum ist die unangefochtene Nummer eins. Nirgendwo werden mehr Besucher gezählt als an Marienplatz, Viktualienmarkt und Altem Peter. 2007 waren es 5,8 Millionen! © dpa
Beliebteste Einzelsehenswürdigkeit ist hier das Glockenspiel am Rathaus. Es erklingt dreimal täglich um 11 Uhr, 12 Uhr und 17 Uhr. © Kurzendörfer
Vom 85 Meter hohen Rathausturm hat man einen fast so schönen Blick auf die Stadt ... © Haag
... wie vom nebenan stehenden Alten Peter. Der kann von Montag bis Samstag von 9 bis 18 Uhr sowie sonn- und feiertags von 10 bis 18 Uhr bestiegen werden. © Kruse
Wer vom Treppensteigen müde ist, den stärken die 140 Händler am Viktualienmarkt Montag bis Samstag bis längstens 20 Uhr mit allerlei Leckerem. © Schlaf

Mit dem ersten Arbeitstag nach Weihnachten geht auch für viele Pendler der tägliche Wahnsinn wieder los. Am Marienplatz, der meist frequentierten Haltestelle in München, steigen täglich rund 450 000 Pendler aus oder um. Allein die S-Bahn München verzeichnet täglich 750 000 Reisende!

Bei TÜV Süd waren in den letzten Wochen 75 Prozent der Mitarbeiter im Urlaub. Heute geht für die 8600 Mitarbeiter in Deutschland der Alltag wieder los – auch bei den 30 Beschäftigten der Prüfstelle in der Ridlerstraße.

Von wegen staade Zeit! Von den rund 1100 Briefträgern der Deutschen Post in München waren über Weihnachten fast 90 Prozent im Dienst. Auch die nächsten Wochen ist noch mehr zu tun – nach dem Jahreswechsel wird viel Geschäftspost, z.B. Kontoauszüge oder Abrechnungen, zugestellt.

Es wird wieder ernst: Nach zwei Wochen Weihnachtsferien müssen ab heute auch die 115 000 Schüleran den 322 Allgemeinbildenden Schulen in München wieder über ihren Büchern schwitzen.

Die Müllmänner des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM) müssen ab heute sogar Überstunden machen, weil wegen der vielen Feiertage noch nicht alle Tonnen ausgeleert wurden. Insgesamt rücken 144 Müllfahrzeuge mit mehr als 500 Mann Besatzung aus!

Heute beginnt nach der Winterpause die Uni wieder. An der LMU geht für 44 000 Studenten und 700 Professoren der Alltag wieder los, an der TU müssen 22 000 Studenten und 430 Professoren wieder ran.

Bei der Stadtsparkasse München herrschte wie in den meisten Banken in der letzten Zeit Hochbetrieb: Viele Münchner erledigten in diesen Tagen wichtige Bankgeschäfte. Deshalb arbeiteten zum Jahreswechsel auch drei Viertel der 2500 Mitarbeiter. Die Krankenrate lag mit 3,25 Prozent im Durchschnitt.

Die rund 500 Mitarbeiter der Gebäudereinigung Clean Line werden ab heute wieder schrubben und putzen, was das Zeug hält. Die Hälfte der Mitarbeiter hatte über Weihnachten frei, krank waren gerade mal drei Prozent.

Keine Ruhepause: Im Fitnessstudio Elixia am Prinzregentenplatz haben über Weihnachten alle festangestellten Mitarbeiter gearbeitet. Dafür war wenig los, weil viele Kunden in Urlaub waren.

Das Gericht macht nie Ferien: Am Amtsgericht München waren auch über Weihnachten alle Stellen besetzt. Nur ein kleiner Teil der 1318 Beschäftigten (davon 222 Richter) hatte frei.

Ab heute geht es auch in den Münchner Kindergärten wieder rund: Für 30 000 Kindergartenkinder fängt wieder der Alltag an. Insgesamt werden in der Landeshauptstadt rund 50 000 Kinder in verschiedenen Einrichtungen betreut.

Nach zwei Wochen Winterpause nimmt der Sportverein FC Aschheim heute seinen Betrieb wieder auf. Nach den Feiertagen dürfen die 850 Mitglieder endlich wieder schwitzen: Auf dem Fußballplatz, in der Halle – und natürlich im Vereinsheim.

Beim Schlüsselnotdienst Beka arbeiteten über Weihnachten gerade mal fünf Mitarbeiter. Zehn Mitarbeiter hatten über Weihnachten Urlaub, für sie ist die Schonfrist ab heute wieder vorbei.

Ob Schweinsbraten, Haxn oder Entenbrust: Im RestaurantDonisl am Marienplatz gingen in der Weihnachtszeit täglich rund 200 Portionen über den Tisch. Deshalb haben auch alle 100 Mitarbeiter fleißig gearbeitet. Heute fängt zumindest für zehn Beschäftigte der Urlaub an. Da könnte man glatt neidisch werden…

Christina Schmelzer

Quelle: tz

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