München wappnet sich vor der Bedrohung

München - Nach Hinweisen auf einen für Ende November in Deutschland geplanten Terroranschlag hat die Bundespolizei in München die Sicherheitsvorkehrungen am Hauptbahnhof verstärkt.

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Was bedeuten die neuen Terror-Warnungen für Bayern und München? Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte bereits Anfang November in der tz vor Anschlags­vorbereitungen gewarnt. Am Mittwoch wurde er konkreter: „Wir müssen von einer etwas verschärften Bedrohungslage ausgehen“, sagte er am Mittwoch bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz im Ministerium. Die Hinweise auf geplante Anschläge „zwischen dem letzten November-Drittel und Anfang Dezember“, verdichteten sich. Mehrere Quellen hätten hier übereinstimmenden Informationen. Einige Quellen sprächen von einem Zeitraum „bis Weihnachten“.

Terroralarm am Hauptbahnhof

Terroralarm am Hauptbahnhof

Wo die Terroristen zuschlagen wollen? „Dazu gibt es keine konkretisierten Hinweise.“ Und auch, was passieren könne, darüber gebe es keine verbindlichen Aussagen. In Frage kämen Sprengstoffattentate, zu rechnen sei aber auch mit „Anschlägen mit anderen Waffen – mit wilden Schießereien oder anderes mehr“. Ebenso könne in einem Papierkorb an einer Autobahn eine Bombe explodieren.

Auch Attentate auf Christkindlmärkte wollte Herrmann nicht ausschließen. Auch wenn es hier im Moment „nicht den geringsten Hinweis“ darauf gebe. Die bayerische Polizei werde aber dort ebenso verstärkt Streife gehen wie an Fußballstadien und in den U-Bahnen. Die Bundespolizei werde Flughäfen, Bahnhöfe, Züge und Bahnlinien verstärkt kontrollieren. Herrmann: „Aber es gibt nach wie vor keinen Anlass, in Panik oder Angst zu verfallen“.

Der Innenminister verglich die Terror­gefahr mit der Gefährdungslage im Herbst 2009. Damals wurde erstmals ein dichter Sicherheitsring um das Oktoberfest gezogen. Außerdem nahm die Polizei zwei Araber in Sicherheitsgewahrsam. Man konnte ihnen aber keine Terror-Aktivitäten nachweisen. Die beiden Männer hätten, so Herrmann, nichts mit der aktuellen Terror-Warnung zu tun. Auch die Schleierfahndung entlang der Grenzen, Hauptverkehrswegen und in Ballungsräumen werde verstärkt.

Die Münchner Polizei verschärfte noch am Mittwoch ihre Präsenz in den U-Bahnhöfen und an gefährderten Einrichtungen wie den Konsulaten der USA und Großbritanniens sowie an der Synagoge. „Die Bürger müssen damit rechnen, in den nächsten Wochen verstärkt nach Ausweispapieren gefragt werden, auch Taschenkontrollen sind möglich,“ so Polizeisprecher Peter Reichel. die Polizei werde auch verstärkt in zivil tätig werden. Mehr Beamte seien dafür nicht im Einsatz. „Wir können das Personal umschichten und andere Maßnahmen aufschieben.“ Die islamistischen Szene würde zudem jetzt verstärkt überwacht.

Das Kreisverwaltungsreferat wurde am Mittwoch von der Terror-Warnung überrascht: „Wir haben keine neuen Informationen“, so Pressesprecherin Daniela Schlegel. Das Tourismus-Amt wusste nichts von geplanten Sicherheitsmaßnahmen bei den Christkindlmärkten. Am Hauptbahnhof waren am Mittwoch die verschärften Sicherheitsmaßnahmen zu sehen: Am Nachmittag wurden die Rolltore am südlichen und nördlichen Eingang heruntergelassen sowie die Eingänge verengt, um Personenkontrollen durchführen zu können.

Später flog ein Hubschrauber der Bundespolizei Streife über dem Bahnhof. Man müsse mit mehr Taschen- und Ausweiskontrollen rechnen, so die Bundespolizei. Am Mittwoch waren am Bahnhof 75 Beamte im Einsatz, in den kommenden Wochen sollen sie um 50 Kollegen der Bereitschaftspolizei verstärkt werden. Auch in den S-Bahnen werde die Polizei-Präsenz verstärkt. Auch am Flughafen wurden die Kontrollen verschärft, die Schlangen an den Sicherheitsschleusen waren länger als sonst.

J. Welte, C. Schmelzer

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