Nicht überall gibt es Sammelstellen

Tausende Tannenbäume illegal entsorgt: Berge von „wildem Müll“ in der Innenstadt

Ein Christbaumhaufen in München: Vielen war der Weg zu den Wertstoffhöfen zu weit.
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Ein Christbaumhaufen in München: Vielen war der Weg zu den Wertstoffhöfen zu weit.

Der Weihnachstbaum hat ausgedient - und nun? Viele Münchner warfen ihren alten Baum einfach auf die Straße. Das ist illegal - und sorgt für einen erheblichen Mehraufwand für die AWM.

München - Riesige Berge aus vertrocknetem Grün, achtlos übereinandergeworfene Tannen, vom einstigen Glanz der Christbäume ist nichts mehr übrig: Überall in der Innenstadt türmen sich derzeit die Nadelhaufen auf. Rund 100 Tonnen „wilden Müll“ muss die Stadt nach dem Weihnachtsfest wegräumen. Das entspricht mehr als 10.000 Tannenbäumen, die geschreddert und kompostiert werden. Zuständig dafür ist die Straßenreinigung des Baureferats.

München: AWM bietet als Sammelstellen für alte Bäume die zwölf Wertstoffhöfe an

„Weihnachten ist vorbei, der Baum ist abgeschmückt, und nun stellt sich die Frage: Wohin mit dem Christbaum? Meistens endet die Gnadenfrist am 6. Januar“, sagt Kristina Frank (CSU), Kommunalreferentin und Werkleiterin des Abfallwirtschaftsbetriebs. Der AWM bietet den Münchnern* als Sammelstellen für alte Bäume die zwölf Wertstoffhöfe an. Heuer gab bzw. gibt es außerdem 23 weitere Plätze an öffentlichen Flächen, Schulen oder Kindertagesstätten.

„Der AWM engagiert sich jedes Jahr für neue Sammelstellen, die gleichmäßig über das Stadtgebiet verteilt sind“, sagt Sprecher Willi Schüler. Aber: Gerade viele Schulen lehnten es ab, sich an der Sammelaktion zu beteiligen – „weil es für sie einen nicht unerheblichen Mehraufwand bedeutet“. Heuer gab es zum Beispiel in der Altstadt, der Ludwigsvorstadt und im südlichen Teil Haidhausens keinen Anlaufpunkt für das Weihnachtsgrün.

München nach der Weihnachtszeit: Schnell entstehen regelrechte Baum-Halden

Die Folge: Manche Leute legen ihre Christbäume einfach irgendwo ab, andere machen es ihnen nach, und schnell entstehen so regelrechte Baum-Halden. Zum Beispiel am Bordeauxplatz, an der Hefner-Alteneck-Straße, am Baldeplatz oder an der Schlotthauerstraße. Tausende Bäume, die entsorgt werden müssen. „Diese Menge meistert die Straßenreinigung zusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgaben“, heißt es vom Baureferat.

Hinzu kommen die Exemplare, die ordnungsgemäß zu den Sammelstellen gebracht werden. Rund 1000 sammelt der AWM pro Tag ein, insgesamt rund 200 Tonnen Grünmaterial. Und dann gibt es noch Hausverwaltungen und Genossenschaften, die ihren Mietern Sammelstellen anbieten und eigene Abholtermine ausmachen. Heuer gab es laut des AWM 297 Aufträge zur Christbaumabholung. NADJA HOFFMANN - *tz.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

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