Ab Herbst am Verwaltungsgerichtshof

Weitere Klagen gegen die Stammstrecke

München - Im Herbst wird eine neue Klage-Runde gegen die zweite S-Bahn-Stammstrecke eingeläutet. Dann sollen vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) drei weitere Verfahren verhandelt werden, die den Westabschnitt betreffen.

Die sechs Verfahren, die sich auf die Planänderungen am Mittelabschnitt der zweiten Stammstrecke beziehen, finden voraussichtlich im Spätherbst/Winter statt; dabei geht es vor allem um die Verlegung von Leitungen. Das sagte der Präsident des VGH, Stephan Kersten, bei einem Pressegespräch.

Der VGH hatte am 11. Juli bereits über vier von insgesamt sieben Klagen entschieden, die sich gegen den Planfeststellungsbeschluss für den westlichen Abschnitt von Laim bis zum Stachus richten. Die Klagen hatten keinen Erfolg. Allerdings verpflichteten die Richter das Eisenbahnbundesamt, Schutzauflagen für die Bauphase zu erlassen. Dabei geht es vor allem um drei Punkte: Der Lieferverkehr und die Müllabfuhr dürfen nicht beeinträchtigt werden; Erschütterungen dürfen an maximal 78 Tagen erfolgen; der Brandschutz muss auch während der Bauzeit gewährleistet werden.

Frisch eingegangen sind beim VGH kürzlich weitere sechs Klagen, die den östlichen Planungsabschnitt der zweiten Stammstrecke betreffen. Kläger sind mehrere private Immobilienbesitzer sowie ein Hotel. Sie wenden sich vor allem gegen die während der Bauphase auftretenden Belastungen, durch die sie finanzielle Einbußen befürchten – aber auch gegen mögliche Erschütterungen, die im späteren Betrieb auftreten könnten. Es ist allerdings noch nicht abzusehen, wann der VGH über diese Klagen entscheidet, sagte Präsident Kersten.

Zweite Stammstrecke: Erster Blick in neuen S-Bahn-Tunnel

Zweite Stammstrecke, München, S-Bahn
Der Blick von Osten auf die geplante Trasse: Die zweite S-Bahn-Röhre (rot) zweigt ab Leuchtenbergring aus der ersten ab (grün). Es folgen Stopps an Ostbahnhof, Marienplatz und Hauptbahnhof – nicht am Stachus! Ab Donnersbergerbrücke fädelt die zweite Stammstrecke ein. In Laim gibt es einen gemeinsamen Halt. © Stoiber Productions
Zweite Stammstrecke, München, S-Bahn
Nächster Halt, Ostbahnhof! Unter dem Orleansplatz fädelt die zweite S-Bahn-Stammstrecke in die erste ein. Die Sperrengeschosse wirken unspektakulär wie die bekannten bei U- und S-Bahn. Die Tiefe der zweiten Röhre ist mit 35 Metern die geringste im ganzen Verlauf. © Stoiber Productions
Zweite Stammstrecke, München, S-Bahn
Im Zentrum wird die zweite Stammstrecke nicht unter dem Marienplatz, sondern unter dem Marienhof durchführen – und zwar eine Etage tiefer als bislang die U-Bahnen. © Stoiber Productions
Zweite Stammstrecke, München, S-Bahn
Für den Bahnhof sehen die Planer große, gelbe X-Stützen vor, die sich vom oberen zum unteren Zwischengeschoss fortsetzen. Der S-Bahnhof liegt dann in 38 Metern Tiefe. © Stoiber Productions
Zweite Stammstrecke, München, S-Bahn
41 Meter unter dem neuen Hauptbahnhof soll der S-Bahn-Halt der zweiten Stammstrecke liegen. Die Simulation zeigt, dass Passagiere aus der neuen Haupthalle fünf Rolltreppen hinunter oder hinauf fahren müssen. Zudem soll es Express-Aufzüge geben. Probleme gibt es mit der Planung der Rolltreppen zu U4/5. © Stoiber Productions

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